Palmer Luckey: Oculus verdient nichts an der Rift

Ja, ich war wohl nicht der einzige, der ein wenig verwundert war, als man für die Vorbestellung der Oculus Rift mit einem Verkaufspreis von rund 700€ (600$ zzgl. Steuern) begrüßt wurde. Die allermeisten haben wohl mit einem Preis von etwa 350€ (+/- 50) gerechnet – mich inbegriffen. Jetzt gibt es die erste Stellungname seitens Oculus dazu; in einem Interview mit heise äußert sich Gründer Palmer Luckey zum unerwartet hohen Preis.

Am 28. März gehen die ersten vorbestellten VR-Brillen auf die Reise zu den Vorbestellern, was all diejenigen, die sich damit einigen konnten so viel für die Rift aszugeben. Natürlich kam das Interview auch auf diesen Punkt zu sprechen und Luckeys Aussage muss man wohl einfach Glauben schenken:

In der Oculus Rift sind laut seiner Aussage so hochwertige Metarialien verbaut, dass ein niedrigerer Preis einfach nicht drin gewesen sei: zwei hochauflösende OLED-Displays, ein hochwertiges Audiosystem, diverse Sensoren und „exotische mechanische Bauteile“ und nicht zuletzt die zwei Linsen, die laut Luckey hochwertiger seien, als die in Objektiven von Spiegelreflexkameras. Man habe Prioritäten bei der Wahl gesetzt und sich letzten Endes für die Qualität entschieden und ein Produkt entwickelt, das fast so viel Kostet, wie der PC, den man dafür braucht.

Ich habe das ja schon häufiger gesagt und geschrieben: Wir verdienen nichts an der Rift-Hardware. Das ist schon immer unser Plan gewesen. Trotzdem sagen einige Leute: Das Teil ist so teuer, die müssen uns angelogen haben! Nein, wir haben nicht gelogen – das kostet einfach so viel! Ich kann versprechen, dass man für 599 Dollar bei uns mehr Technik bekommt als bei den allermeisten Produkten, die 599 Dollar kosten. Bei einem Smartphone für 599 Dollar, kosten die Bauteile vielleicht 250 Dollar. Bei einem Fernseher genauso. Wir haben viele Sachen versucht, um die Kosten zu drücken. Aber mehr ging einfach nicht.

Man habe so gut, wie keine Gewinn-Marge einkalkuliert, da man (und das kaufe ich Luckey zu 100% ab) durch den Aufkauf von Facebook keine Sorgen um die Bezahlung der Mitarbeiter haben muss. Normalerweise würde die Marge nämlich Entwicklungs- und Personalkosten decken müssen – das fällt für Oculus weg.

Und trotzdem: einen etwas bitteren Beigeschmack hat das ganze schon. Gerade vor dem Hintergrund, dass sicherlich einige potenzielle Käufer eben auch noch ein wenig Geld in die Hand nehmen müssen, um den eigenen PC ‚VR-ready‘ zu machen – und dann sind 700 on top nun mal kein Pappenstiel…

 

 


Quelle: heise

 

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