Er kaufte sich eine Smartwatch, was er dann tat war total furchtbar…

Sorry, aber diese Überschrift konnte ich mir einfach nicht verkneifen…

Ich trage in genau diesem Augenblick eine Smartwatch: meine Moto 360, die ich toll finde und die ich auch gerne und viel nutze. In erster Linie, um eingehende Benachrichtigungen zu checken; es kommt eine Email rein, eine SMS (haha – eh nicht), eine Nachricht über WhatsApp oder Hangouts, oder sonst eine Benachrichtigung. Wobei ich bereits einige Applikationen für Android Wear geblockt habe – alles muss man wirklich nicht auf die Smartwatch bekommen…

Aber alle diese Benachrichtigungen führen bei mir und bei so ziemlich allen Besitzern und Trägern einer Smartwatch zum selben Effekt: ich schaue immer wieder auf meine Uhr. Immer. Wieder. Und dann schon wieder.

Und das führt wiederum zu nachvollziehbaren Reaktionen in meiner Umwelt: die Leute sind ein wenig genervt und glauben, dass ich es vielleicht eilig habe, oder noch irgendwo hin muss – oder mich langweilt, was sie mir erzählen.

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Ganz ernsthaft, stellt euch mal folgendes Szenario vor: Ihr sitzt mit jemandem zusammen – in der Kneipe bei einem Bier, bei einer Besprechung, abends schön auf der Couch, seid irgendwo essen mit der oder dem Liebsten oder einem Geschäftspartner oder sonst wo. Und dieser jemand schaut immer zwischendurch wie selbstverständlich auf seine Uhr. Euer Gesprächspartner hört euch zu und alles, aber immer wieder dreht er das Zifferblatt (bzw. das Display) seiner Uhr zu sich und schaut darauf. Da kommt ihr euch doch verarscht vor, oder?

Tatsächlich ist das aber genau das, was wahrscheinlich 98% der Träger einer Smartwatch (und dabei ist es wohl egal, ob es Android Wear, Apple Watch, Pebble oder Pebble Time oder sonst eine „smarte“ Uhr ist) tagtäglich tun. Und das wirklich schlimme dabei ist, dass es ihnen selber gar nicht auffällt. Jetzt gerade habe ich wieder auf die Uhr geschaut, weil eine Nachricht einging und es ist für mich mittlerweile selbstverständlich und oft registriere ich es selber nicht so recht. Es ist zu einer natürlichen gewohnten Bewegung geworden – genau, wie das Herausholen des Smartphones, wenn es wieder nach Aufmerksamkeit schreit.

Und hier sind wir beim springenden Punkt: beim schönen Abendessen, oder bei Besprechungen ist es selbstverständlich, dass man nicht alle Nase lang auf das Handy guckt. Abends bin ich froh, wenn ich auf der Couch mit meiner Frau sitze und keiner von uns beiden auf das wiederkehrende Pling und Zoink und BRRRR des Hosentaschencomputers reagiert, sondern die Bildchen und Videos und meist doch eher unwichtigen Nachrichten über WhatsApp und Co einfach mal beiseite lässt.

Dasselbe sollten wir (die eine Smartwatch ihr Eigen nennen) uns ebenfalls für den kleinen Rechner am Handgelenk angewöhnen. Alle Smartwatches haben eine Funktion integriert, in der sie keine Benachrichtigungen anzeigen, sobald diese eingehen. In der Regel kann man sie sogar komplett in einen Modus versetzen, in dem sie gar nichts tun, solange man nicht aktiv daran rumfummelt.

Es ist vor allem in Gesprächen verdammt unhöflich, immer und immer wieder auf die Uhr zu schauen – egal, ob da jetzt gerade eine wichtige Email reinkam, oder nur der Witz des Tages. Die meisten Menschen verstehen zwar, was es mit der Smartwatch auf sich hat – die wenigsten aber haben niemand hat aber Verständnis dafür, dass man immer wieder verstohlen oder ganz offensichtlich darauf schaut.

Wenn ihr euch also egal mit wem unterhaltet, verzichtet doch mal auf das Vibrieren oder dezente Tippen am Handgelenk zu reagieren und schickt die Smartwatch doch einmal für die paar Minuten schlafen.

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