Apple Music: Taylor Swift äußert sich zu Apple Music

Apple ist groß – keine Frage. Aber ob man so groß ist, dass es sich lohnt, sich mit großen und namhaften Künstlern anzulegen…?

Als Apple vor wenigen Wochen Apple Music angekündigt hatte, versprach man unter anderem, dass jeder Nutzer volle 3 Monate lang den neuen Streaming Dienst kostenlos im vollen Umfang nutzen könne. Was man allerdings verschwiegen hatte: in dieser Zeit sehen die Künstler, Produzenten und Schreiber von Apple aber keinen einzigen Cent für die Songs, die zur Verfügung gestellt werden. Ich weiß, dass jeder gerne kostenlosen Kram mag – ich ja auch. Aber genau, wie bei 0,46€ für eine App, die wirklich gut ist, sollten auch 0,79€ für ein gutes Lied bei jedem drin sein. Aber das soll jetzt keine Grundsatzdebatte über die Kaufmoral im Smartphonezeitalter werden.

Hier geht es um Apple, die jedes Jahr aufs Neue beweisen, dass sie mit ihrer Geschäftsstrategie offenbar alles richtig machen und machte im letzten Quartal 2014 zum Beispiel 8,5 Milliarden US-Dollar Gewinn – nicht Umsatz, sondern Gewinn. Und trotzdem verzichten man großzügig darauf, Künstler für die Apple Music-Testphase von 3 Monaten zu bezahlen.

Das mag einen Drake oder Dr. Dre nicht kümmern, eigentlich auch eine Taylor Swift nicht; doch die hat sich nun offen auf Tumblr gegen die Politik von Apple ausgesprochen. Gerade aufstrebenden Künstlern drei Monate lang die Bezahlung für die Arbeit, die man in Musik gesteckt hat, zu verwehren ist nicht fragwürdig sondern eine zum Himmel schreiende Unmöglichkeit. Natürlich werden aber doch tausende von Künstlern ihre Musik anbieten, weil a) Apple Music, obwohl es wenig bis gar keinen Mehrwert gegenüber anderen Diensten, wie Spotify bietet, Millionen und Abermillionen von Nutzern erreichen wird und b) sich einfach niemand in Ungnade beim Giganten aus Cupertino stürzen will, indem er gerade in diesem Zeitraum seine Veröffentlichungen zurückhält.

These are the echoed sentiments of every artist, writer and producer in my social circles who are afraid to speak up publicly (…). Three months is a long time to go unpaid, and it is unfair to ask anyone to work for nothing.

 

Aus diesem Grund wird Ms. Swift beim Start von Apple Music darauf verzichten, ihr aktuelles Album 1989 auf der Plattform zur Verfügung zu stellen. Das ist zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber vielleicht ist es ein Ansporn für andere Künstler die Geschäftspolitik von Tim Cook und Konsorten in Frage zu stellen. Im Besonderen, wenn man im Blick behält, dass Apple die Kosten für die Probezeit aus der Portokasse zahlen könnte…

 

 


Quelle: taylorswift, apple

 

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