Test: LG G Watch

Die LG G Watch ist nicht eine der ersten Smartwatches auf dem Markt, aber eine der beiden ersten Uhren mit dem Betriebssystem Android Wear OS. Auch damals gab es schon einige Smartwatches, welche sich aber nie richtig durchsetzen konnten und eine eigene SIM Karte brauchten. Doch heutzutage hat sich dies geändert. Man hat es geschafft, eine funktionierende Technik zu verbauen, ohne das, dass Gerät sperrig wirkt oder zu schwer ist.

LG ist einer der ersten Hersteller mit einer Smartwatch inklusive dem Betriebssystem oder der Android Erweiterung Android Wear. Momentan gibt es nur zwei Geräte die mit Android Wear laufen. LG G Watch und von Samsung Electronics Gear Live.

Ich selbst habe mir die LG G Watch, direkt nach der Google I/O 2014 vorbestellt und nutze sie seit dem 07.07.2014 täglich und würde gern hier ein Fazit zu dem Gerät und zu Android Wear OS geben.

Unboxing

Nachfolgend habe ich ein paar Fotos zur Verpackung und deren Inhalt gemacht.

Hebt man den Deckel der Verpackung ab kommt einem direkt die Smartwatch selber entgegen. Legt man diese erstmal beiseite erscheint der Rest des Inhaltes. Im linken Schacht die Kurzanleitung auf Deutsch und Englisch. Mittig haben wir das Micro USB Kabel mit Dockingstation zum Aufladen und starten des Gerätes und rechts dann noch das Netzteil.

 

Android Wear OS

Android Wear ist das neue Betriebssystem von Google selbst, welches akutell auf der LG G Watch und Samsung Gear Live zu finden ist. Desweiteren wird Android Wear auf der Moto 360 vorinstalliert sein, welche höchstwahrscheinlich am 4. September in Chicago vorgestellt wird.

Das Betriebssystem basiert auf Google Now und bietet somit nicht nur den Einsatz auf Smartwatches, sondern vielleicht auch auf einer der nächsten Versionen von Google Glass oder Fitness-Trackern. Es ist ein OS fuer Wearables aller Art.

Auf welchen Geräten wir Android Wear noch zu sehen bekommen bleibt abzuwarten. Jedoch ist es ein guter Schritt in die richtige Richtung.

Um es nutzen zu können braucht ihr momentan noch ein Android-Gerät ab Version 4.3 Jelly Bean.

Googles Definiton zu Android Wear:

„Android Wear erweitert die Android-Plattform zu einer neuen Generation von Geräten, die am Körper getragen werden. Das Erlebnis ist mit gelegentlichen Blicken wahrnehmbar und reduziert Ablenkungen, sodass man in der realen Welt mehr Präsenz zeigt.“

 

Und jetzt zur Uhr selber.

 

Verarbeitung

Das 1.65 Zoll IPS-LCD Display wird durch Gorilla Glass 3 geschützt. Der Rahmen außerhalb der Uhr besteht aus 2 verschiedenen Edelstahl-Elementen. Die Unterseite besteht aus einem hautverträglichen Polyurethan. Desweiteren ist die Uhr IP 67 zertifiziert und ist dadurch Staub- und Wassergeschützt. Das Armband tut was es soll, allerdings hat es mich von anfang an nicht begeistert. Noch habe ich es zwar nicht geschafft es auszutauschen, doch das soll kein Problem sein, denn LG war so frei und hat ein 22mm Standart Armband benutzt, welches man ganz einfach austauschen kann und sich somit seine Uhr selbst individuell verändern kann.

 

Display & Akku

Das Display der Uhr löst auf einem 1.65 Zoll Display mit einer Auflösung von 240×240 Pixeln auf, was vollkommen ausreichend ist. Solange man einen geraden Blick auf die Uhr hat, werden die Farben gut dargestellt und man kann das Display gut ablesen. Hält man die Uhr allerdings nicht direkt gerade vor seine Augen wirken die Farben sehr blass und ausgewaschen. Dadurch wird es schwieriger die Uhr abzulesen. Versucht man die Uhr im Sonnenlicht abzulesen, ist dies eigentlich nur möglich wenn der das Dispaly Aktiv ist und auf hoher Helligkeit eingestellt ist.

Zum Akku gibt es nicht viel zu sagen. 400 mAh sind 100 mehr als bei der Gear Live. Man kommt mit dem Akku locker ueber einen Tag, zwei wird dann schon schwieriger, da man die Helligkeit immer manuell einstellen muss. Ist man viel draußen unterwegs und die Uhr steht auf einer hohen Helligkeitsstufe verbraucht sie natuerlich mehr Akku und hält einen Tag. Reicht einem die geringe Helligkeit kommt auf bis zu  zwei Tage, dann muss sie wieder auf ihre Ladestation und ca. 1 Stunde geladen werden.

 

Technische Daten

  • 1.65 Zoll IPS-LCD Display
  • Auflösung: 240×240 Pixel
  • Gewicht: 63 Gramm
  • 4GB interner Speicher
  • 512 MB RAM
  • 400 mAh Akku
  • Mikrofon an der unteren Seite der Uhr

 

Einrichtung

Da die Uhr nur über einen Touchscreen verfügt und keine Tasten nutzt, muss man sie, um sie zu wecken, als erstes auf die Ladestation legen und sie mit Strom versorgen. Sobald sie mit Strom versorgt ist, startet sie auch direkt. Zuerst kommt ein ‚LG Electronics‘ Logo und dann die schöne Bootanimation. Ist die geschehen, zeigt einem die Uhr schon an die Android Wear Applikation aus dem Play Store zu laden und zu installieren. Die App gestartet, Bluetooth aktiviert und schon wird die Uhr erkannt und man kann das Gerät mit der Uhr verbinden. Nach dem ersten Verbinden hat es allerdings nochmal 15 Minuten gedauert, da zu dem Zeitpunkt schon das erste Update erschienen ist, welches man direkt installieren musste. Ist das Update fertig installiert wird einem eine kurze Erklärung gezeigt, wie man die Uhr bedient und was man damit alles machen kann.

 

Software

Die Uhr selber wie schon erwähnt läuft mit Android Wear OS, dies ist nur eine Weiterleitung von Google Now, so gesehen bekommt man auf der Uhr lediglich seine Google Now Karten angezeigt, wie z.B.:

  • Wetter (fuer Zuhause, Arbeit und derzeitiger Standort)
  • Aktien, sofern gewuenscht
  • Infos über Sportmannschaften (Wann ist das nächste Spiel; wie ist es ausgegangen)
  • Abfahrtszeiten von Bahnhöfen
  • Termine
  • Benachrichtigungen die in eurer Benachrichtigungsleiste des Handys angezeigt werden (Google+, Facebook, Hangouts, Whatsapp usw.)

Da die Uhr ein Always-on Screen besitzt, gibt es 2 Modi die auf der Uhr angezeigt werden können. Einmal den „Standby“ Modus, indem der Display der Uhr gedimmt wird und man nur noch einen schwarz-weißes Bild mit Uhrzeit und der obersten Google Now Karte angezeigt bekommt. Und den aktiven Modus. Diesen aktiviert man entweder wenn man die Uhr in Richtung seines Gesichts dreht oder man einmal auf das Display tippt. Dann wird das Bild farbig und man bekommt das komplette Watchface zu sehen (wovon es vorinstalliert schon 24 Stueck gibt) und die aktuellste Google Now Karte.

 

Beispielbilder (links gedimmt; rechts aktiv)

Unterhalb ein paar Watchfaces

gedimmtAktiv

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Einfach

Helvetia

Photos

 

 

 

                                                                                Durch ein Hoch und Runterwischen im Aktiven Zustand wechselt man zwischen den verschiedenen Google Now Karten, welche einem zu dem Zeitpunkt angezeigt werden. Möchte man weitere Informationen, kann man mit einem Wisch nach Links z.B. beim Wetter die Wochen Ansicht angezeigt bekommen. Bei Nachrichten bekommt man die Möglichkeit zu antworten und als letzte Option kann man die Karte oder Nachricht auf dem Handy öffnen. Braucht man eine Karte zu dem Zeitpunkt nicht kann man sie mit einem Wisch nach Rechts einfach entfernen und sie taucht bei Bedarf dann einfach wieder auf.

Natuerlich kann einem die Uhr auch Nachrichten anzeigen lassen. Wenn ihr diese Nachrichten via Hangouts, Whatsapp oder Facebook Messenger empfangt, ist es möglich diese per vorgegebenen Antworten zu beantworten oder man nutzt die Sprachfunktion und kann seine Antwort einsprechen.

Whatsapp und der Facebook Messenger haben erst vor kurzem ihre Apps aktualisiert und dort ist es zum jetztigen Zeitpunkt nur möglich englisch vorgegebene Antworten auszuwählen. (Bei Whatsapp muss dazu die aktuelle Beta installiert werden.) Aber wie gut das gestern das interne Update fuer Google Now erschienen ist und man ab sofort auch Satzzeichen einsprechen kann und dadurch keine Probleme haben sollte, anständig zu antworten.

Was wäre Google Now ohne den Befehl „Ok Google“, dieser darf natürlich nicht fehlen und das tut er auch nicht. Solange die Uhr im aktiven Zustand ist kann man einfach das Keyword „Ok Google“ einsprechen und schon hat man die Google Suche aktiv.

Ab hier ist nun alles möglich was mit Google Now am Smartphone per Spracheingabe auch möglich ist. Ob eine SMS oder Email verschicken, eine Notiz einspeichern, Erinnerungen, Termine anzeigen, die Navigation auf dem Handy starten, Musik steuern, Timer oder Wecker stellen, alles kein Problem.

Dank Google Now alles per Spracheingabe.

 

Durch den 9 Achsen Sensor den die G Watch integriert hat erkennt die Uhr jegliche Bewegung am Arm und zählt dadurch eure Schritte. Allerdings kann man auf diese Werte, die die Uhr einem gibt nicht allzu viel Wert legen, denn die Anzahl der Schritte stimmt leider nicht wirklich mit dem gegangenem Weg überein. Denn schon ein Mittagessen zählt oft als 300 – 500 gelaufene Schritte.

 

Fazit

Android Wear gibt einem zur richtigen Zeit die richtigen Informationen. Genauso wie Google Now. Android Wear ist Google Now fuers Handgelenk, und das ist meiner Meinung nach Super umgesetzt. Und wenn wir dann in Deutschland auch alle Funktionen die Now einem in den USA bietet, hier in Deutschland nutzen können dann gibt es da nichts dran auszusetzen. Google Now entwickelt sich in der letzten Zeit perfekt weiter. Lässt sich nur noch abwarten was wir damit in der Zukunft noch so anstellen können.

In den ersten Werbespots zu Android Wear, wird zwar gezeigt das die Uhr einen Song erkennen kann und einem dann den entsprechenden Interpreten und Titel nennt, oder man damit ein Taxi rufen kann, dies sind derweil noch Funktionen die hier in Deutschland noch nicht funktionieren aber das wird doch hoffentlich bald integriert.

Die Uhr selber gefällt mir sehr gut. Der Edelstahlrahmen macht auch eine quadratische Uhr zum Hingucker. Lediglich das Armband und das Display sind Negativpunkte die mir aufgefallen sind. Da das Armband allerdings einen 22mm Standard besitzt, denke ich das man darueber hinweg schauen kann, da dies einfach zu ersetzen ist. Zweiter Kritikpunkt ist meiner Meinung nach das Display, welches schon bei leichter Sonneneinstrahlung schwierig ist abzulesen. Ich hoffe das daran gearbeitet wird und man vielleicht bei weiteren Geräten mehr darauf achtet, denn bei einer Uhr ist das Display schon eins der wichtigsten Faktoren.

Kaufempfehlung? Nicht direkt. Die LG G Watch und Samsung Gear Live sind die ersten beiden Smartwatches mit Android Wear OS und somit die Kleinkinder des Systems. Vielleicht sollte man nicht direkt zuschlagen, denn momentan gibt es von einigen Herstellern erste Gerüchte zu weiteren Smartwatches. Insbesondere von Motorola und der Moto 360, welche am 4. September vorgestellt wird.

Wer zur Moto 360 weitere Informationen haben möchte, darf gerne bald wieder kommen, denn auch zu dieser Uhr wird es ein Unboxing und ein Test bei uns geben.

 

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