Android 10: mit Verwirrungen macht Google Android Auto kaputt

In der neuesten Version von Android integriert Google die Funktionalitäten, die für Android Auto notwendig sind, man wird aber eine weitere App anbieten, die die Funktion auch ohne passendes Auto bringt. Das ganze ist (noch) recht verwirrend.

Fangen wir kurz vorne an: vor mittlerweile etwa 4 Jahren hat Google Android Auto veröffentlicht. Eine App, die es erlaubt, mit einem entsprechend ausgerüsteten Fahrzeug, sein Smartphone mit dem Auto zu verbinden und das Info-/Entertainment-System zu nutzen, um sich einfache Bedienungen des Smartphones anzeigen zu lassen und dieses zu bedienen.

Hat man kein passendes Fahrzeug, kann man aber auch schlicht die Android Auto App auf dem Smartphone starten und sich die Oberfläche dort anzeigen lassen, darüber die Navigation steuern, sich Nachrichten vorlesen lassen, auf diese Antworten und Anrufe tätigen.

Mit der neuesten Version von Android, Android 10, integriert Google allerdings die Anteile der App, die notwendig sind, um sich mit dem Fahrzeug zu verbinden und entfernt gleichzeitig die Smartphone-eigene Oberfläche, was infolge bedeutet, dass Besitzer eines Autos, das nicht über ein entsprechendes System verfügt, Android Auto so im Grunde nicht mehr nutzen können würden.

Dafür hat man bereits einen im Google Assistant integrierten Driving Mode angekündigt, der allerdings noch auf sich warten lässt. Diesen wird man über einen Sprachbefehl (und wahrscheinlich auch über einen Trigger, der an eine bestimmte Bluetooth-Verbindung gekoppelt werden könnte) starten kann.

Auf einer Support-Seite erklärt Google jetzt, dass aber auch Nutzer von Android 10 die Möglichkeit haben werden, Android Auto auch nur auf dem Smartphone zu nutzen. Drei Möglichkeiten werden hier genannt:

If you’re upgrading your phone from Android 9 to Android 10, make sure that your phone already has Android Auto installed before you upgrade. If so, the app icon will carry over to your newly upgraded device.

You can use Google Backup to backup and restore from another device that already has Android Auto app installed.

In the coming weeks, we’ll be publishing a separate app called “Android Auto for Phone Screens” in the Play Store. You can download this app to continue using the phone screen version of Android Auto. More information is coming soon.

Man kann sich also über ein Backup oder eine Geräte-Migration die App doch wieder auf das Smartphone holen und diese zukünftig (bis Google sicherlich irgendwann auch diese Möglichkeit entfernen wird) nutzen.

Es wird aber auch aber auch die Möglichkeit geben, eine separate App, die aber erst noch veröffentlicht werden muss, zu installieren, die dann letzten Endes als Display für die Android Auto-Funktionalitäten auf dem Smartphone dienen soll. Und dann eben auch irgendwann das Feature des Google Assistants.

Und mir stellen sich an dieser Stelle zwei Fragen. Erstens: hä? Und Zweitens: warum kündigt man mehrere verschiedene Möglichkeiten an, wie man eine etablierte Funktionalität wieder zurückholen kann, die seit Jahren für viele Nutzer genau so, wie sie funktioniert hatte, genau das brachte, was die Nutzer haben wollten?

Warum gibt man nicht den Driving Mode für den Google Assistant frei und beschneidet dann erst die Funktion von Android Auto? Erklärt vielleicht beim ersten Starten der App, dass das Feature jetzt eben im Assistant zu finden ist (sofern man denn kein kompatibles Fahrzeug hat) und legt dann softwareseitig den Schalter in der Android Auto Komponenten um? Warum überhaupt die Möglichkeiten aufzeigen, dass man auf die eine oder andere Möglichkeit hat, sich die App doch noch irgendwie hintenrum zu installieren (APKmirror wäre übrigens auch eine) und gleichzeitig noch eine neue App entwickeln, die dann nur dafür da ist, die Bedienungsoberfläche anzuzeigen, anstatt dem Anwender einfach in der normalen App die Wahl zu lassen, wie er oder sie es gerne verwenden möchte?

Das ist leider wieder einmal ein Paradebeispiel für einen offensichtlichen Schnellschuss seitens Google, der nur unnötig zu Fragezeichen bei Nutzern führen wird und eben nicht zu der (sicherlich) gewünschten großflächigen Verteilung und Nutzung von Android Auto führen würde.

Tatsächlich macht es Apple hier schlicht besser: „Guckt mal. Das ist Carplay. Benutzt es.“
Eigentlich ganz einfach…

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