[Testbericht] LG G5: nicht schön aber selten?


LG G5

LG G5
8.1

Performance

9.0 /10

Handling

9.0 /10

Kamera

7.5 /10

Verarbeitung

7.0 /10

Akku

8.0 /10

Pros

  • Zweite Kamera mit Weitwinkel
  • Finderabdruckscanner/Powerbutton
  • USB Typ-C
  • knackiges Display

Cons

  • gewöhnungsbedürftiges Design
  • Modularität eher Spielerei
  • Verarbeitung an einigen Stellen fragwürdig
  • Kamera insgesamt nur mäßig
  • Verarbeitung

 

Von unseren Freunden bei StilGut wurde uns das LG G5 zu Testzwecken zur Verfügung gestellt – danke dafür! Ich hatte rund 2 Wochen lang die Möglichkeit, mir das G5 in gänze anzusehen und als mein Hauptgerät für den täglichen Gebrauch zu verwenden. Einiges hat das modulare Smartphone richtig gemacht, einige nicht so richtig gut. Hier lest ihr jetzt meine Meinung.

 


TL;DR

Das LG G5 ist ein sehr eigenartiges Gerät – im wortwörtlichen Sinne. Es hat ein sehr eigenes Design und natürlich die Option auf verschiedenen Module zu setzen (die nicht Teil dieses Testberichts sind), allerdings gibt es bei letzteren auch nichts neues zu melden, seit LG das Smartphone im Februar vorgestellt hat.

Rein von den Spezifikationen her findet man hier Konkurrenz zu Samsung Galaxy S7 oder dem HTC 10, was das LG rein technisch zu einem Top-Gerät macht. Allerdings hat mich vor allen die Kamera aber (trotz interessanter Weitwinkel-Option) doch etwas enttäuscht. Dafür konnte der Lautsprecher überraschenderweise punkten und das Gerät gefiel mir nach ein paar Stunden der Eingewöhnung dann optisch doch recht gut.

Das Display ist top und die Gesamtleistung war wirklich zufriedenstellend. Boni, wie etwa aktuelles USB Typ-C und ein IR-Blaster machen das G5 zu einem eigentlich doch sehr guten Gerät.


 

Optik & Handling

Okay, fangen wir mit dem Offensichtlichsten an: Viele haben sich am Design des LG G5 gestört. Und ja; es ist eine gewöhnungsbedürftige Entscheidung von LG, das Flaggschiff genau so aussehen zu lassen. Ein relativ dicker schwarzer Rahmen um das Display herum (den man nach dem LG G2, G3 und G4 so niemals erwartet hätte!), der Kamera-Buckel, der neben Blitz und Fokus direkt zwei Kameras beherbergt, den Fingerabdruckscanner / Powerbutton, der ebenfalls etwas eigenartig erhaben ist und diese komische Art, die einzelnen Module des Smartphones zu wechseln… Alles an diesem Smartphone ist eigenartig. Und trotzdem: wer es einen Tag lang benutzt hat, der gewöhnt sich sehr schnell an die Optik des Geräts und (oder vielleicht ist es auch nur bei mir so) findet es bald schon gar nicht mehr komisch. Mir hat das G5 schnell gefallen. #ishaltso

Besonders hat mir eigentlich schon sehr früh die Ähnlichkeit zum Samsung Galaxy Nexus – wer sich beide Geräte mal von vorne ansieht, der wird das (hoffentlich) ebenfalls nicht verleugnen können. Und es mag daran liegen, dass es mein erstes Nexus war, aber hier hat das G5 einfach einen Sympathiepunkt bei mir gewonnen.

DSC_0476

Ebenfalls für die leichte Wölbung des Glases im oberen Bereich der Front. Die hat zwar unter Garantie keinen wirklichen Mehrwert, gibt der Optik aber eine gewisse Dynamik und das gefiel mir richtig gut.

Etwas problematisch war allerdings das matt-raue Gehäuse des LG G5, das das Gerät etwas problematisch in der Hand macht. Das Metall fühlt sich nicht unbedingt billig an, aber kann a) garantiert schnell verkratzen und b) ist es sehr leicht sehr rutschig.

Ebenfalls problematisch (oder wenigstens gewöhnungsbedürftig) ist, dass sowohl Powerbutton, wie auch die Kamera etwas hervortreten. Da patscht man die ersten Male gerne mal auf die Linse und darf sich dann später nicht wundern, wenn man verwaschene Bilder bekommt.

 

 

Kamera

Apropros (verwaschene) Bilder… Das LG G5 kommt direkt mit 2 Kameras. Eine knipst mit 16 Megapixeln, eine zweite mit 8 Megapixeln, aber dafür mit einem Weitwinkel, der einige Schnappschüsse in einem neuen Blickwinkel erscheinen lässt. Oder besser ließe… Denn eine Sache, die ich eigentlich erwartet hätte oder als Selbstverständlichkeit erachtet hätte, fehlte: das simultane Aufnehmen von zwei Fotos. Ist doch klar, oder? Ich mache ein Foto und kann dann WENIGSTENS im Nachhinein entweder das 16MP Bilder mit dem kleineren Bildausschnitt oder das Weitwinkel-Foto wählen. Pustekuchen. Hier hat LG meiner Meinung nach richtig geschlafen! Man muss ich vor dem Knipsen entscheiden, was man aufnehmen will. auweia

Hinzu kommt, dass selbst die Bilder der Hauptkamera nicht wirklich der Knaller sind. Viel Rauschen, viel Matsch beim Reinzoomen… Hier hätte ich so viel mehr erwartet. Coole Ideen reichen leider nicht, wenn man sie nicht auch cool umsetzt.

Testfotos des LG G5

(Link zu Google Fotos)

 

Performance

Das LG G5 ist mit dem Snapdragon 820 und 4GB RAM ausgestattet und damit absolut konkurrenzfähig zu dem, was aktuell auf dem Markt unter der Bezeichnung „Flaggschiff“ zu finden ist. Der Prozessor kommt mit einer Adreno 530 GPU und liefert damit mehr als nur zufriedenstellende Ergebnisse. In der täglichen Nutzung des Smartphones hatte ich kein Hänger und Apps starteten immer zackig. Die obligatorische Daddel-Einheit hat das G5 genau so gut gehandelt, wie ich es erwartet hätte. Lediglich die Kamera hätte hie und da mal schneller starten können.

Wer auf der Suche nach einem schnellen Smartphone ist, der wird hier auf jeden Fall nicht enttäuscht.

[expand title=“Spezifikationen des LG G5″ scrollonclose=“auto“]

Display 5,3 Zoll
Auflösung 2560 x 1440 (554ppi)
CPU Snapdragon 820 (2×2.15GHz & 2×1.6GHz)
GPU Adreno 530
RAM 4GB RAM
Speicher 32GB
microSD-Support
Akku 2.800mAh
SIM nanoSIM
Abmessungen 149.4 x 73.9 x 7.7 mm
Gewicht 159g
Hauptkamera 16 Megapixel (f/1.8) & 8 Megapixel (f/2.4)
Frontkamera 8 Megapixel (f/2.0)
Modem GSM, HSPA, LTE
WLAN 802.11 b/g/n/ac MIMO
Bluetooth 4.2, LE
USB USB Typ-C
Betriebssystem Android 6.0

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[expand title=“Benchmark-Ergebnisse des LG G5″ scrollonclose=“auto“]

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Akku

In Sachen Akkuleistung war das G5 ebenfalls sehr ordentlich. Der austauschbare Akku misst zwar „nur“ 2.800mAh, dafür überzeugt das Smartphone aber mit genug Puste, um den Tag gut zu machen. Vielleicht hätte man mit einem weniger hoch auflösenden Display noch etwas mehr heraus holen können, aber das darf man sich ja heutzutage schon fast nicht mehr erlauben. Naja.

Das LG G5 lässt sich über das mitgelieferte USB Typ-C Kabel und das Netzteil übrigens ziemlich schnell wieder nachladen. Wer also am Nachmittag noch einmal ein wenig Saft braucht, der kann hier in einer halben Stunden noch einmal ordentlich Prozente in den Akku prügeln, um dem Abend im Biergarten entspannt entgegen zu blicken.

[expand title=“Akkuleistung LG G5″ scrollonclose=“auto“]

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Software

I like me some Stock-Android. Und das darf man bei LG weiß Gott nicht erwarten. LG hat sich zwar im Vergleich zu den Vorgängern ein wenig mehr zurückgehalten, was die Anpassungen angeht, aber ähnlich wie Samsung scheint man auch der Meinung zu sein, dass die eigene Auslegung von Android die beste ist. Gut, das darf jeder Hersteller für seine Anpassungen beanspruchen; ich persönlich mag da lieber ein Nexus oder Motorolas, bzw. Lenovos Herangehensweise. Aber sei es drum.

LGs Android ist etwas verspielter, als das, was man gemeinhin als „Stock“ bezeichnet, aber nicht schlecht. Mir persönlich sind allerdings die so viel größeren Navigationstasten immer wieder aufgestoßen. Diese sollten funktional und (natürlich) nicht zu verfehlen sein, aber LG hat es hier meiner Meinung nach etwas zu gut gemeint…

Was ich allerdings sehr gut fand war, dass man direkt 3 verschiedene Launcher integriert hat. Einer, der komplett auf einen App-Drawer (also die App-Übersicht) verzichtet und eher in die iOS-Richtung geht, einer, der samst Dock und App-Drawer kommt und einer, der etwas dazwischen darstellt. Also quasi für jeden etwas dabei. Das rechne ich LG als Pluspunkt an. Ich persönlich bin zwar der Google Launcher-Typ, aber die Möglichkeit, von Haus aus direkt aus 3 Optionen zu wählen (und nicht wie bei Samsung ein normaler Launcher und ein „Idioten-Launcher“), finde ich clever. Da blicke ich über den furchtbaren klebe-ribbon-Effekt auf den Homescreens hinweg. ;)

 

Lautsprecher

Wer schon einmal einen meiner Testberichte gelesen hat, der weiß, dass mir persönlich der Lautsprecher eines Smartphones doch recht wichtig ist. Ich sitze zwar nie in der letzten Reihe des Busses oder einer Bahn und beschalle alle Mitfahrer mit meiner geschmackvollen Musikauswahl, aber ich mag einen guten Lautsprecher und wenn meine Musik mit einer vernünftigen Qualität und laut genug dort heraus kommt. Und beim G5 wurde ich nicht enttäuscht. Die lediglich 3 Öffnungen auf der Unterseite des Geräts versprechen zwar nicht auf den ersten Blick nichts besonderes, aber oh boy klingt das gut! Ich weiß nicht, was oder wie LG das gemacht hat, aber der Lautsprecher ist wirklich sehr solide! Klarer Klang und bemerkenswerte Lautstärke kommen da heraus.

DSC_0466

Man kommt zwar nicht um das obligatorische Handmuscheln herum, wenn man das Gerät zum Videos-schauen oder daddeln quer in der Hand hält, aber in diesem Punkt steckt es das Galaxy S7 (zum Testbericht) oder das Huawei P9 (zum Testbericht) locker in die Tasche.

 

Display

Das Display des G5 von LG ist gut. Viel mehr sollte dazu nicht zu sagen sein … wenn denn nicht der deutliche Rahmen um das Panel herum wäre. Hier hatte der Hersteller mit den Vorgängern schon fast Maßstäbe gesetzt, die man offenbar mit dem G5 wieder über Bord geworfen hat. Es ist nicht wirklich, nicht so richtig schlimm, aber es fällt doch schon auf. Und nur weil andere Hersteller es tun, heißt das nicht, dass man das unbedingt ebenfalls machen muss…

Dennoch: mit einer 1440p-Auflösung ist das Display richtig schön scharf und gefällt beim Lesen und Videos gucken. Mir persönlich würde wohl auch ein FullHD-Panel reichen, aber ich will mich nicht diesbezüglich beschweren. ;)

DSC_0451

Mit 5,3 Zoll liegt das Display was die Größe angeht meiner Meinung nach genau im sweet spot und ist groß genug, um komfortabel Videos zu schauen und zu tippen und gleichzeitig noch handlich genug, dass man gut mit einer Hand die andere Seite erreichen kann.

LGs Always On Display ist, genau wie bei Samsung eine nette Sache. Und obwohl es sich hierbei nicht um ein AMOLED Display handelt, sprich: das Ganze Display für diese kleine Auskunft aktiv ist, hat das die Akkuleistung nicht wirklich beeinflusst.

 

Verarbeitung

Grundsätzlich mal ist das G5 ordentlich verarbeitet. ABER: es gibt mindestens zwei Stellen am Smartphone, die deutlich auffallen – wenn man sie einmal gesehen hat.

Mindestens bei meinem Testgerät ergab sich eine deutlich fühl- und sichtbare Kante an der Stelle, an der das Modul (eigentlich bündig) mit dem Gehäuse abschließt. Die konnte man zwar mit etwas Drücken fast glatt bekommen, aber nach einiger Zeit merkte man wieder die kleine Stufe. Pfui LG.

LG G5 GAP

Die zweite Sache ist die kleine, glänzende Kante, die um das Gerät herum verläuft. Rein optisch macht diese schon etwas her, allerdings erkennt man im oberen Bereich zwei kleine Kunststoff-Inlays, die dort eingearbeitet sind – vermutlich den Antennen geschuldet. Einmal gesehen können diese nicht mehr ungesehen gemacht werden und stören das Bild anfangs nur ein wenig. Nach längerer Zeit sieht man sie aber immer wieder und (vielleicht sogar) häufiger und man ärgert sich ein bisschen darüber.

Außerdem (und das mag jetzt ein wenig picky sein) wies der Powerbutton / Fingerabdruckscanner ein wenig Spiel auf, was ihm ein ganz leichtes Rattern / Wackeln bescherte. Das ist zwar kein Weltuntergang, aber sorgte zumindest bei mir für ein deutliche ‚meh‘.

 

Fazit

hands down, das LG G5 ist ein gewöhnungsbedürftiges Smartphone. Obwohl ich die (immer noch nur 3) Module nicht testen konnte, halte ich diese in der Ausführung, wie LG sie bietet für ziemliche Spielereien. Wenn man die aber mal beiseite lässt, ist das G5 ein wirklich gutes Gerät. Zwar rein von der Verarbeitung und der Optik (zumindest auf den ersten Blick) nicht unbedingt eine Konkurrenz zu einem Galaxy S7, aber rein technisch mindestens vergleichbar.

Was mich allerdings doch so sehr enttäuscht hat, dass ich hier einen deutlichen Abstrich machen müsste, war eben die Kamera. Hier müsste LG mehr liefern, als a) matschige Details und b) die Entscheidung, ob ich jetzt ein „normales“ oder ein weitwinkliges Bild mache…

Den doch sehr dicken Rahmen um das Display verzeihe ich dem Hersteller, obwohl man gerade nach den Vorgängern der „G-Serie“ etwas anderes erwartet hätte. Es ist ausreichend hell und schön knackig scharf. Der IR-Blaster ist eine netter Bonus, den etwa Samsung wieder fallen lies und der Lautsprecher hat mich mehr als überrascht.

Die Verarbeitung (eben gerade beim Modul-Slot) aber ist ein grober Fauxpas und hier darf man LG gerne Schlampigkeit vorwerfen. Auch die Unterbrechungen des Rahmens fallen einmal gesehen immer wieder auf und stören rein optisch.

 

 


StilGut

Dieses Testgerät wurde mir von StilGut zusammen mit diversen Echtleder-Hüllen zur Verfügung gestellt, wofür ich mich sehr herzlich bedanke. Die eingesetzten LG G5 Hüllen findet ihr auf der Seite von StilGut.

StilGut fertigt exklusive Accessoires für Smartphones und Tablets, sowie Taschen, Portemonnaies und Weiteres – fast ausschließlich aus Echtleder, aber immer in Handarbeit. Dabei wird eine breite Palette von Geräten unterstützt, von Apple über Huawei und Samsung bis Wiko. Ein Blick in den Shop oder auf Amazon lohnt sich auf jeden Fall, wenn ihr wieder einmal auf der Suche nach einem besseren Schutz für euer Smartphone, als einem labbrigen TPU-Skin seid. ;)

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