Google führt gender-neutrale Emojis als weitere Option ein


Noch in diesem Jahr sollen neben Frauen und Männern auch gender-neutrale Emoji-Darstellungen eingeführt werden. Google macht hier den Anfang.

Zugegeben: es ist ein heikles Thema. Bauarbeiter und Arzthelferinnen, Arzt und Meerjungfrauen – vielen Begrifflichkeiten hängt aus der Historie unserer Sprache ein Geschlecht an. Den Sprachgebrauch von, bzw. für rund 80 Millionen Menschen zu ändern ist allerdings ein großes Unterfangen und mit allerlei persönlichen und institutionellen Herausforderungen belegt.

Bei den kleinen bildlichen Darstellungen in Form von Emojis ist da allerdings recht einfach: Derzeit kann man zwischen einer männlichen und einer weiblichen Variante wählen – eine neutrale Darstellung gibt es nicht.

Bei den verschiedenen Systemen, wie iOS oder Android sind gerade bei speziellen Emojis eine auf ein Geschlecht bezogene Version vorgegeben, die Stereotypen bedienen (könnten):

Und genau hier will Google jetzt Vorreiter sein und wird laut Emojipedia für diverse Figuren auch eine gender-neutrale Version anbieten. Darunter Magier, Superheld, Superbösewicht, Elfe, Zombie, laufende, rennende oder sporttreibende Person und weitere. Insgesamt wird es 58 Emojis mit einer dritten Option geben:

Einige Emojis werden aber aufgrund des hinterlegten Unicodes bis mindestens zu einer Änderung nicht auch eine neutrale Version erhalten. Darunter etwa ein männlicher oder weiblicher Richter, Pilot, Person mit Blindenstock. Google will aber für diese Darstellungen Änderungen einreichen, sodass auch hier eine gender-neutrale Version geschaffen werden kann.

Der Blob-Twist

Jetzt wird eventuell manch einer sagen „ja, aber unter Android 7 hatten wir doch die geschlechtslosen Blobs, das war doch da gar kein Problem“ – und das stimmt. Allerdings liegt ein Problem darin, dass die gelben Blobs eine Android-exklusive Darstellung von Emojis war und etwa Apple oder Microsoft seine eigenen Bildchen pflegt. Beim Versand vom einen zum anderen System wurde dann unweigerlich eine geschlechtertragende Darstellung beim Empfänger (zum Beispiel mit iOS) angezeigt. Wenn Google alleinige Herrscher über Emojis wäre, würde dieses Argument also vielleicht gelten – in einer Multi-Geräte- und Multi-System-Landschaft allerdings hakt es dort aber.

Wer sich Googles Vorschlag in Gänze durchlesen will, der kann das übrigens auch in dieser PDF tun.


via reddit

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