Google Copresence: die neue Art zu teilen

Google testet offenbar intern eine neue Art Daten zwischen mobilen Geräte und plattformübergreifend zu teilen; Copresence.

 

copresence

 

Google hatte von ein paar Jahren mit Andoid Beam eine wirklich gute Idee, die aber a) leider so gut wie niemand kennt und b) deutlich besser hätte sein können.

Mit Beam halte ich einfach zwei NFC-fähige Geräte aneinander und der aktuell auf dem Display abgebildete Content (eine App, ein Bild, ein Link zu einer Webseite, ein Kontakt) wird an den anderen geschickt. Wenn ich diese Funktion jemandem zeige, der sie noch nicht kannte, sind die Personen meist ziemlich begeistert. Aber dann muss ich direkt Einschränkungen machen: „nein, einfach ein Lied schicken geht nicht“, „nein, das Spiel kannst du so nicht schicken, dabei geht dann der Play Store auf“, „aus dem Datei-Explorer heraus kann das das nicht interpretieren, dann will der beim anderen die App installieren“ … Mann, das nervt.

Außerdem nervt, dass die Übertragung ausschließlich über Bluetooth passiert. Warum nutzt man hier nicht einfach die viel höhere Übertragungsrate von WLAN – ein schneller Hotspot, Daten rüberladen, Verbindung kappen… ?

Leider, wie so vieles im ersten Ansatz eine geniale Idee (auch wenn sich Apple auf den hauseigenen Presseevents darüber lustig macht, dass Android-User ihre Geräte gegeneinander halten, um Inhalte zu teilen), die ich schon unzählige Male benutzt habe, um jemandem schnell (aber eben nur „bluetooth-schnell“) was rüber zu schicken.

 

Jetzt kündigt sich aber endlich eine neue Art des Sharings an: Copresence (ob es final so heitß, bleibt freilich offen) soll die Übertragung von immer größeren Dateien kabellos vereinfachen und vor allem beschleunigen. Hinweise (und sogar  Bilder) dazu wurden in den letzten Google Play Services entdeckt.

Heutzutage sind Videos, auch wenn diese nur wenige Minuten lang sind, bereits viele hundert Megabyte groß. Oder in Zeiten von 4K-fähigen Smartphonekameras schnell einige Gigabyte… Heutzutage sind aber auch die allermeisten aktuellen Smartphones mit WLAN-Chips ausgestattet, die im n-Standard funken können, was Übertragungen von (zumindest theoretisch) 75MB pro Sekunde ermöglichen.

Dieses Potential soll sich Copresence zunutze machen, indem eben für die Übertragung von Dateien (wenn es sich eben nicht nur um einen Link oder einen Kontakt von wenigen Kilobyte handelt) eine temporäre WLAN-Verbindung aufgebaut wird, über die gesendet wird.

Und der Clou an der Sache: es soll ermöglicht werden, dass diese Übertragung auch von Android zu iOS oder Windows Phone oder Windows funktioniert. Wie, allerdings bleibt noch unklar.

 

Ich würde mich freuen, wenn sich ein Standard fände, auf den sich alle verständigen könnten, anstatt immer nur sein eigenes Süppchen zu kochen und dieser im Gegensatz zu Bluetooth eine ordentliche Übertragungsrate hätte.

 

 

Quellen und Bilder: Android Police, Android Authority

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: