Ach, es ist schwer mit Googles mobilem Betriebssystem… Während es erlaubt, dass viele, viele Hersteller ihre Geräte nach eigenem Geschmack gestalten können und auch die Optik der Bedieneroberfläche anpassen können, zieht es seine Probleme hinter sich her. Und in Anbetracht der aktuellen Meldungen zu Sicherheitslücken, muss das Folgende noch einmal mit etwas mehr Salz zu sich genommen werden.

 

OpenSignal hat in hübschen, bunten Grafiken die aktuelle Fragmentierung des OS dargestellt und da werden zwei Sachen ganz besonders deutlich: Samsung ist (und das wundert sicherlich niemanden) unangefochten an der ersten Stelle, was die Präsenz auf dem markt angeht und zum anderen, dass Geräte, die mittlerweile 3 1/2 Jahre alt sind noch immer zu den am häufigsten vertretenen Smartphones gehören. Und gerade Letzteres sollte einem den kalten Schweiß auf die Stirn treiben – denn solche Geräte werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mit einem Patch gegen etwa Stagefright versorgt werden. Schauen wir uns zum Beispiel folgende Grafik an:

opensignal android fragmentation (2)

 

Welches ist das No.1 Gerät oben links? Das Samsung Galaxy S3. Dieses Smartphone wurde im Mai 2012 vorgestellt und erhält von Seiten Samsungs seit gefühlt 3 Jahren kein Update mehr. Gar keins. Aber auch Galaxy S2-Geräte sind dabei, Note 3, Galaxy Grand Prime, Note 2, Galaxy Core Duo… Vor allem Samsung ist unter den Top 20 Geräten vertreten – eine Firma, die nicht gerade dafür bekannt ist, Geräte ältererer Serien noch zu aktualisieren.

Zwar hat auch der Koreanische Riese angekündigt, auf monatlicher Basis Updates für die eigenen Smartphones und Tablets zur Verfügung zustellen, um etwa kritische Sicherheitslücken, wie die, die momentan für Angst und Schrecken (zumindest bei den Publishern) sorgt, zu stopfen. Aber können wir glauben, dass ein Smartphone, dass (wenn auch noch immer sehr populär) über 3 Jahre auf dem Buckel hat, noch ein einziges Mal ein offizielles Update erhält? Ich meine, ich würde mich freuen… aber ist das wahrscheinlich?

 

Naja. Hören wir mal für einen Augenblick auf, schwarz zu malen und schauen uns die zweite, sehr interessante Grafik an:

opensignal android fragmentation (1)

 

Sehr schön wird hier dargestellt, wer das Game of Phones dominiert: fast die Hälfte aller 24.093 indizierten Geräte von Samsung kommen. danach kommen mit deutlichem Abstand erst LG, Sony und Motorola – Google mit der Neuxs-Linie findet man irgendwo auf dem 10. Platz. Und auch wenn das wenig über die Verteilung der Versionen und die Updatesicherheit bei den einzelnen Herstellern ausasgt (selbst Google hat alles vor dem nexus 5 im Stich gelassen) aussagt, gibt einem das schon einen sehr guten Überblick darüber, wer hier die größte Verantwortung trägt.

Aber ich will nicht nur gegen Samsung wettern – andere Hersteller behandeln Geräte, die 1 oder 2 Jahre alt sind ähnlich stiefmütterlich und, wie schon gesagt, selbst Google hat den Support für Smartphones und Tablet, die älter als 2 Jahre sind vollkommen aufgekündigt. Und das kann man ja auch verstehen: wie viele Entwickler soll ein Unternehmen denn beschäftigen, um auch die alten Knochen noch in Schuss zu halten? Vielleicht müsste einfach einmal an dem Prinzip der Sicherheitsupdates gedreht werden, um auch dieses bunte Mosaik von Geräten sicher halten zu können?

 

Was bleibt jetzt also? Zum einen die Erkenntnis, dass Android tatsächlich ein Problem hat – das wurde übrigens sehr anschaulich (wenn auch in der pallenberg’schen Direktheit oft etwas übersäuert) in einem Beitrag bei Mobilegeeks dargestellt – nämlich das oft schon kritisierte Fallenlassen eines Gerätes, wenn der Nachfolger an die Tür klopft. So nötigen die Hersteller nicht nur die Konsumenten dazu immer auf das neueste Smartphone oder Tablet zu wechseln, sondern sorgen auch dafür, dass eigentlich zufriedene Nutzer mit dem 2 Jahre alten 4,7-Zöller in zum Beispiel Sicherheitsfragen ziemlich blöd da stehen.

Auf der anderen Seite aber zeigt, was uns OpenSignal hier darstellt auch, wie vielfältig Android als Betriebssystem ist und dass an dem Slogan von Google „be together not the same“ tatsächlich etwas dran ist; nämlich anstelle des alljährlichen Design-Einerlei anderer Firmen für jeden ein anderes, passendes Gerät zur Verfügung stellen zu können – ob klein oder groß oder grün oder blau oder mit riesigem Akku oder Frontkamera-Blitz.

 

Denn tatsächlich gibt OpenSignal hier auch viele weitere und interessante Einblicke in die Welt der Smartphones und Tablets, wie etwa die Versionsverteilung, verwandte Sensoren und vieles mehr.

Auch interessant (und jetzt einmal vom erhobenen zeigefinger weg zu kommen) dürfte im Zuge der veröffentlichten Werte die Verteilung der indizierten Geräte in Bezug auf die Displaygröße sein, denn zuletzt hatte man noch gehört, dass Phablets immer beliebter werden und offenbar Smartphones mit einer Bildschirmdiagonalen von unter 5 Zoll weniger interessant sind…

android bildschirm grösse vergleich

 

Und tatsächlich sind die Geräte mit 5+ Zoll deutlich häufiger vertreten, als deutlich größere und deutlich kleinere Androiden. Deutlich zeichnet sich hier ab, dass Tablets mit einer Diagonalen von 10 Zoll und höher aber ganz klar zum alten Eisen gehören; Vielleicht bekommt dieser Bereich mit der Vorstellung des lange gemunkelten iPad Air Plus noch einmal einen kleinen Aufschwung, aber alles über 7-8 Zoll wird wohl eher in der Zukunft an Windows-Tablets abfallen. Ein mobiles Betriebssystem  sollte auch nicht unbedingt den Spagat zwischen Einhandgeräten und Notebookersatz versuchen.

 

Übrigens findet ihr bei OpenSignal noch mehr Informationen, wie die Verteilung von NFC, CPU-Kernen und vielem mehr. Hier geht’s zur Seite.

 

 


Quelle: opensignal

 

Von Michael

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