Zu groß, um wahr zu sein: das Samsung Galaxy S6 Edge Plus


Bevor ich anfange, möchte ich kurz darauf hinweisen, dass diese Review in vielen Punkten noch einmal das aufgreifen würde, was ich in dem Test zum Galaxy S6 und Galaxy S6 Edge geschrieben habe und deshalb etwas kürzer ausfällt. Wer will, kann sich die Review zu den beiden Geräten hier anschauen!


TL;DR

Das Galaxy S6 Edge Plus von Sasmsung ist, genau wie der kleine Bruder rein performancetechnisch ein absolutes Top-Gerät. Mit einem zusätzlichen Gigabyte an Arbeitsspeicher kommt es auf 4GB und ist damit größer dimensioniert, als es wahrscheinlich überhaupt nötig wäre. Der Akku ist ein ganzes Stück größer, was ich begrüße, weil man so weniger Sorgen um die Restladung haben muss.

Allerdings ist das Gerät selber auch verdammt groß und das führt bei der Bedienung zu teilweise akrobatischen Handverrenkungen, die durch das etwas rutschige Gehäuse nicht begünstigt werden.

Anonsten: Kamera> top, Leistung> top, TouchWiz> meh, Display> meh und top.

Insgesamt bekommt das Samsung Galaxy S6 Edge Plus für die hervorragende Leistung, aber die problematische Handhabung 4 von 5 Punkte im Smartphone-Ranking:

4von5 sternen smartphone

Wer es gerne genauer wissen will, der liest wie immer einfach weiter!


 

Vorwort

Es gehört mittlerweile zum guten Ton, dass jeder Hersteller auch eine immer eine kleine Variante zu einem Smartphone rausbringt – oder eben eine große. Samsung hat vom Galaxy S5 zum Galaxy S6 den Wechsel von der ersten zur zweiten Herangehensweise vollzogen und setzt bei den Flagschiffen offenbar nicht mehr auf irgendeine Form von „mini“-Variante. Irgendwie verständlich, schließlich kommen auch diejenigen mit einem 5-Zöller klar, die noch vor kurzem gesagt haben, dass ihnen 4 Zoll vollkommen ausreichen würden. Ich persönlich bin den Phablets gegenüber nicht angeneigt – allerdings ist die Bedienung so großer Geräte zuweilen einfach etwas problematischer… Auch beim Galaxy S6 Edge Plus.

samsung galaxy s6 ege plus (13)

Das Galaxy S6 Edge Plus von außen

Okay, der Punkt ist schnell abgearbeitet: Das SGS6EP (selbst die Abkürzung ist schon lang) ist, genau wie die beiden 5,1 Zoll großen Geräte S6 und S6 Edge top verarbeitet. Glas auf der Rückseite und ein Metall-Skelett, das als Rahmen an den Seiten erscheint lassen das Gerät einfach großartig aussehen. Lautstärke- und Ein/Aus-Tasten sind ebenfalls aus Metall gearbeitet und lassen sich extrem gut drücken und fühlen sich genial an. Allerdings hat man bei Samsung aus den beiden Vorgängern nichts gelernt und die Lautsrärketasten wieder viel zu weit oben platziert. So kann man nicht ohne Neupositionieren des Phablets die Lautstärke regeln – schade,  das können andere Hersteller besser.

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Die Kamera ist dabei, ebenfalls wie bei den beiden S6-Varianten, wieder sofort durch den Hubbel auf der Rückseite zu erkennen – begleitet vom Blitz mit integriertem Pulsmesser und auf der Front findet sich wieder der bekannte Fingerabdruckscanner. Die Aussparungen für Kopfhörer, Lautsprecher, microUSB und die Mikrofone findet man in Grunde genau so beim S6 Edge.

Durch die Glasrückseite hat man übrigens auch hier wieder einen ziemlichen Fingerabdruckmagneten und das Glas kann leider ziemlich schnell sehr unansehnlich werden, wenn man nicht alle paar Minuten mal darüber wischt:

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Das einzige, was das Galaxy S6 Edge Plus vermissen lässt, ist ein Infrarotport am oberen Gehäuserand. Das ist zwar kein Killer-Feature, aber ich hätte es wohl begrüßt, wenn er integriert worden wäre.

 

Performance

Auch hier gibt es nicht viel Neues zu melden. Im Inneren werkeln die gleich Komponenten, die schon beim Galaxy S6 großartige Leistung gezeigt haben. Alles lädt genau so schnell, Spiele ruckeln nicht, Apps öffnen ohne Verzögerung und durch das zusätzliche Gigabyte an RAM (3GB beim S6 gegenüber 4GB beim S6 Edge Plus) macht den Braten zwar nicht fett, aber schaden tut es dem Phablet auf jeden Fall nicht.

[expand title=“Benchmarkergebnisse des Galaxy S6 Edge Plus“ scrollonclose=“auto“]

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[expand title=“Spezifikationen des Galaxy S6 Edge Plus“ scrollonclose=“auto“]

 

Display 5,7 Zoll AMOLED
Auflösung 2560 x 1440 (515 ppi)
CPU Samsung Exynos 7420
GPU Mali T760
RAM 4GB
Speicher 32/64/128 GB
Akku 2600mAh
SIM nanoSIM
Abmessungen 154,4 x 75,8 x 6,9 mm
Hauptkamera 16 Megapixel
Frontkamera 5 Megapixel
Modem GSM, HSPA, LTE
WLAN 802.11 b/g/n
Bluetooth 4.1, LE
USB microUSB, 2.0
Betriebssystem Android 5.1.1

 

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Kamera

Im S6 Edge Plus ist die gleiche Kamera verbaut, wie im kleineren S6 Edge – von der war ich schon sehr angetan und bin es entsprechend auch von dieser. Wer das gerne ausführlich dargelegt haben möchte, muss bitte hier rein schauen.

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[expand title=“Weitere Beispielbilder“ scrollonclose=“auto“]

 

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Akku

Hier haben wir aber wieder einen deutlichen Unterschied zum kleinen Bruder: Die beiden S6-Varianten hatten Akkus, die ganz okay dimensioniert waren. Damit kam man oft über den Tag – keinen langen, aber es ging.

Das SGS6EP hingegen hat einen relativ großen 2600mAh starken Akku und damit kann man dem Tag tatsächlich ziemlich entspannt gegenübertreten. Man kann den Akku klein kriegen, keine Frage – aber ich habe damit ganz entspannt bis zu 4 Stunden Displayzeit herausgeholt und das finde ich schon sehr, sehr nett. An schlechten Tagen waren es teilweise nur 2 1/2 Stunden, aber dann war da meist auch viel Navigation bei und viel mobiler Traffc.

 

Handling

Hier haben wir sicherlich das problematischste der Themen und gleichzeitig den Punkt, an dem sich das Galaxy S6 Edge Plus am stärksten vom kleineren S6 Edge unterscheidet – es ist absolut kein Gerät für die Einhand-Benutzung. Durch das 5,7 Zoll große Display ist es einfach nicht möglich, mit nur einer Hand einen Button oben links oder rechts zu erreichen. Allerdings ist das in vielen Apps einfach nötig.

samsung galaxy s6 ege plus (14)

Dafür hat Samsung zwar ein cleveres Feature integriert, das es einem ermöglicht, Apps in kleine Fenster zu schrumpfen und damit etwas erreichbarer zu machen, aber bis auf vielleicht die Apps, die man eh 100 Mal am Tag öffnet, wie Twitter oder WhatsApp ist der zeitliche Aufwand, die eine App in den Fenstermodus zu bringen, meist die Mühe nicht wert und man steht vor dem großen Problem bei großen Smartphones: man muss sie einfach mit zwei Händen bedienen. Dafür kann man aber gerade die Apps, die man eben ohnehin immer wieder öffnet einfach in eine kleine, schwebende Verknüpfung Applikation minimieren und sie mit einem Tipp direkt wieder anzeigen lassen. Auch das dürfen sich Google und die anderen Hersteller gerne abgucken!

Natürlich ist auch hier die bekannte Multi-Window Funktion integriert, die zwar nicht unbedingt das Handling verbessert, aber auf einem so großen Display deutlich mehr Sinn ergibt, als zum Beispiel bei einem 5 Zoll großen Smartphone.

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Alles in Allem muss man aber wohl Freund von Phablets sein und sich damit abfinden, dass eine einhändige Bedinung in den allermeisten Fällen fast unmöglich ist. Und beim S6 Edge Plus wie ich finde noch einmal mehr, als bei anderen Phablets, denn durch den samtigen, metallenen Rahmen und die Glasrückseite hat man mit drei Fingerkuppen einfach nicht genug Halt auf, bzw. an dem Gehäuse, dass man nicht sofort Angst hat, das teure Teil fallen zu lassen, bzw. dass es einem einfach aus den Fingern rutscht. Von dem Problem, dass so ein Phablet einfach extrem unpraktisch in der Hosentasche ist, muss ich wohl keinem erzählen.

 

Fazit

Insgesamt war mir das Gerät einfach zu groß, sowohl in der Hosentasche, wie auch in der Hand. Ich möchte den Luxus haben, mein Smartphone auch einfach einhändig bedienen zu können, auch wenn ich gerade meine Kaffeetasse halte oder ein Brötchen esse oder in der Nase bohre.

Es ist, genau wie die beiden 5,1-Zöller ein sauber verarbeitetes Smartphone und ist extrem schick – wobei ich auf die Edges nicht so sehr abgehe, wie viele andere. Im Gegenteil: die Funktionen, die Samsung damit anbietet halte ich für höchst unnötig und ich habe im Test zum Galaxy S6 Edge bereits beschrieben, was die Wölbungen für Probleme in Hinblick auf Lichtreflexe machen.

Wer allerdings ein Freund von Phablets ist und dazu das Design des Galaxy S6 Edge schon ansprechend fand oder grundsätzlich Fan der Glas/Metall-Kombination ist, der wird im Samsung Galaxy S6 Edge Plus sicherlich einen sehr guten Wegbegleiter finden – nicht zuletzt wegen der großartigen Performance und der insgesamt sehr guten Akkuleistung!

 


 

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