[Review] Samsung Galaxy S5 Mini

Samsung Galaxy S5 Mini

 

 

Aktuelle Top-Smartphones sind in der Regel um die 5 Zoll groß – ich persönlich halte das für eine perfekt Größe, andere Menschen bevorzugen aber vielleicht eher kompaktere Geräte und das hat zu dem Trend geführt, dass Smartphone-Hersteller immer häufiger auch „mini“-Varianten ihrer Top-Geräte herausbringen. So wie Samsung mit dem Galaxy S5 Mini.

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Das S5 Mini ist ein einigermaßen handliches Gerät mit einem 4,5 zoll großen Display, das mit 1280 mal 720 pixeln auflöst. Damit kommt es auf 326ppi und bietet auf jeden Fall schon mal ein scharfes Bild. Samsung setzt hier wieder auf ein Super AMOLED Display, was zum einen für sehr kräftige Farben, aber auch für hohe Kontraste und tiefes Schwarz sorgt. Geschützt wird dieses Panel durch Gorilla Glas 3, wodurch man sich keine all zu großen Sorgen machen muss, wenn das Smartphone mal in der Tasche neben Stiften, Schlüsseln odern Geldstücken verschwindet. Während ich das Smartphone testen konnte, lief dieses noch auf Android 4.4 KitKat, zwischenzeitlich hatte Samsung jedoch ein Update für das S5 Mini auf Android 5.0 Lollipop angekündigt (unser Beitrag dazu) – einen genauen Termin konnte man aber nicht nennen.

 

Funktionen, Funktionen, Funktionen

Eines der Highlights des Galaxy S5 Mini ist sicherlich der integrierte Fingerabdruckscanner, der es erlaubt, das Gerät eben mit dem eigenen Fingerabdruck zu entsperren. Das funktioniert hier im Gegensatz zu etwa dem iPhone 6 über eine Wisch-Bewegung, bei der man maximal 3 Fingerabdrücke registrieren kann. Das richtet man ziemlich komfortabel in dern Einstellungen ein – ein alternatives Passwort (für den Fall, dass es mit dem Abdruck partout nicht klappen will) ist obligatorisch.

Allerdings hatte der Fingerabdruckscanner manchmal seine liebe Mühe beim erkennen des Fingers und es ist leider nicht nur einmal dazu gekommen, dass mir das Handy für 30 Sekunden gesperrt wurde, weil der Entsperrmechanismus 5 Mal nichts Passendens erkannt hat.
Vor allem wird häufig der Abdruck nicht richtig erkannt, wenn man etwas schräg oder nicht weit genug über Home-Button streift oder der Finger etwas nass ist. Aber manchmal hatte ich das Gefühl, dass nichts anders als beim letzten Mal gemacht hatte und dennoch konnte das Smartphone nicht entsperrt werden.

samsung galaxy s5mini fingerabdruck

Ansonsten muss ich sagen, dass mir diese Funktion tatsächlich gut gefällt – auch wenn ich iPhone-Benutzer eine Zeit lang ob deren Fingerabdruckscanner belächelt hatte.
Samsung setzt beim S5 Mini auch wieder auf die eigene Benutzeroberfläche TouchWiz, die aber leider zumindest mir eher Kopfschmerzen bereitet hat, als dass ich dadurch einen nennenswerten Mehrwert hatte. Tatsächlich sind durch die Anpassung einige Menüpunkte in den Einstellungen doppelt zu finden (die Fingerabdruck-Einstellungen sogar 3 Mal). Die Aufteilung in verschiedene Bereiche war nicht immer ganz klar und ich glaube noch immer, dass die Geräte, die ohnehin nicht so viel Dampf unter der Haube haben, durch TouchWiz gebremst werden und sie mit weniger Anpassungen auch etwasflüssiger laufen könnten.
Da trösten dann zumindest bei mir auch keine noch so cleveren Zusatzfunktionen drüber hinweg, wie der Einfache Modus, der unter anderem einen simpleren Launcher beinhaltet, oder das AirView Feature, das Samsung mit den Galaxy Note-Geräten eingeführt hatte und das nun auch ohne einen Stift (wie eben beim Galaxy Note) Vorschaubilder in der Galerie oder Termine aus dem Kalender anzeigen kann, wenn man einfach mit dem Finger über dem Display verharrt, ohne es zu berühren.

Eine weitere vermeintlich hilfreiche Funktion ist der Ultra Enegiesparmodus, der eine mehrtägige Laufzeit verspricht, dafür aber auch wirklich sehr viele Funktionen streicht, das Display in einem eher dunklen Modus betreibt, die CPU etwas heruntertaktet und dadurch den verbauten 2.100 mAh Akku weniger strapaziert. Die Auswahl der verfügbaren Einstellungen ist in diesem Modus ist stark begrenzt, genau wie Apps, die verwendet werden können.Einige Apps, wie Facebook allerdings, sowie Twitter und Google+ als soziale Medien können dennoch etwas abgespeckt weiter genutzt werden. Die Kamera auf der anderen Seite aber nicht – und da frage ich mich ein wenig, ob hier die Prioritäten nicht vielleicht etwas falsch gesetzt wurden.

 

 

Fitness im Blick

Eine (bzw. gleich mehrere) weitere App, die Samsung integriert, ist S Health mit allen dazugehörigen Funktionen, von denen der Pulsmesser wohl der bestechendste ist. Der rückwärtige Kamerablitz integriert nämlich ebenfalls einen Pulsmesser, mit dem man einfach so oder bei sportlichen Aktivitäten eben seinen Puls messen kann. Die Messung ist tatsächlich einigermaßen akkurat, dauert aber manchmal etwas lange.

samsung galaxy s5mini fintess suite

 

Die dahinterliegende Fitness Suite S Health bietet diverse Funktionen zum tracken der eigenen Aktivitäten: Gewicht, Schlafdauer, Lauf-Assistent, Schrittzähler oder das Essen. Das kann alles sehr nützlich sein, jedoch Arbeit Samsung hier leider komplett autark und integriert nicht Googles Dienst Google Fit. Und das kann spätestens dann ein Faktor sein, wenn man irgendwann das Gerät wechselt und alle diese Auswertungen nicht mit auf ein anderes (nicht-Samsung) Smartphone mitnehmen kann. Schade.

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Specs und Performance

Das Galaxy S5 Mini kommt mit einem Exynos 3470 Prozessor, der 4 Kerne á 1,4GHz besitzt. Zusammen mit einer Mali-400 GPU und 1,5 GB RAM sollte das Gerät eigentlich flüssiger laufen, als es das in der Realität tat. Gerade, wenn mehrere Benachrichtigungen eingingen oder ich zwischen den geöffneten Apps wechseln wollte, hat sich das S5 Mini gerne mal etwas Zeit gelassen. Die Gesamtperformance war nur okay und in Benchmarks lag das Gerät eher im untersten Bereich.
Bei Spielen merkte man leider ebenfalls oft, dass das Smartphone etwas träge war. Ich hätte die Performance gerne einmal mit einer CustomRom, wie etwa Cyanogenmod, SlimRom oder ParanoidAndroid getestet, denn ich glaube eben, wie schon erwähnt, dass TouchWiz tatsächlich hier einen gewissen Anteil an den gelegentlichen Performanceeinbrüchen hat.

 

Zusätzliche Apps… muss das sein?

Bei der Software sind mir ein paar Punkte negativ aufgestoßen:
Samsung ist dafür bekannt, seine eigenen Apps auf die Smartphones zu bringen; S Planner, S health, Samsungs eigene App Shop Lösung, eine App zur Steuerung des Infrarot-Ports, ein eigener Browser… Einige davon könnte ich mir noch gefallen lassen – der „Otto-Normal-Verbraucher“ aber wird bei diversen Apps zuerst vor die Wahl gestellt, ob er beispielsweise den „Browser“ verwenden will, oder stattdessen „Chrome“, ähnliches beim Kalender oder der Galerie. Das liegt natürlich daran, dass Google gewisse Apps vorgibt, die auf Android-Geräten vorinstalliert sein muss, einige Hersteller aber eben parallel ihre eigenen Lösungen integrieren. Für den unbedarften Benutzer kann das eher verwirrend sein – wem man jetzt hier den schwarzen Peter zuschiebt, kann jeder für sich selber entscheiden.

Was allerdings meiner Meinung nach gar nicht geht: Samsung packt neben den eigenen, ebenfalls Apps auf das Gerät, wie KaufDA, Zalando oder Pizza.de. Und das sicherlich nicht weil man diese so nett gestaltet oder überaus nützlich findet. Ich weil nicht, ob Samsung dafür etwas bekommt, aber ich finde es einfach nicht okay, dass Nutzern hier im Grunde Werbung auf das Gerät gepackt wird…

 

Kamera

Neben Pulsmesser und Lautsprecher haben wir auf der Rückseite natürlich noch die Kamera. Diese löst mit 8 Megapixeln auf und liefert in der Regel Fotos, die ganz gut aber manchmal auch nur passabel sind. Schärfe und Details vermisst man manchmal ein wenig – die Bilder sind okay, aber für ein Gerät, das rund ein halbes Jahr alt ist, ist die Kamera nicht unbedingt zeitgemäß. Das könnte sich aber theoretisch mit einem Softwareupdate noch bessern. Bei mäßigen Lichtverhältnissen sind die Bilder leider so gut wie nie wirklich gut – lässt das Umgebungslicht nach, lässt auch die Qualität spürbar nach. Bildrauschen und vermatschte Kanten sind da leider schnell die Folge.

 

Baden, Baden

Das Galaxy S5 Mini ist, wie der große Bruder ebenfalls IP 67 zertifiziert, damit ist es bei einer Tiefe von 1 Meter bis zu 30 Minuten vor eindringendem Wasser geschützt. Dafür ist der Deckel auf der Rückseite des Geräts innen mit einer Gummilippe versehen, der die innenliegende Elektronik schützt. Nach einem (Neu)Start des Geräts weist die Software auch immer darauf hin, dass man den Deckel ordentlich schließen soll, um das Smartphone auch weiterhin wasserdicht zu halten.

Natürlich macht dem Smartphone auch das Darüberschütten von Flüssigkeiten nichts aus. Dabei wird im Gegensatz zum Großen Galaxy S5 aber auf Klappen verzichtet; der Kopfhöreranschluss, sowie der mikro-USB Anschluss liegen immer frei. Das macht dem S5 Mini nichts aus und mit einem Mal kräftig pusten sind diese auch wieder Wasserfrei und können fast immer sofort wieder verwendet werden. Hier also tatsächlich ein richtiger Vorteil gegenüber dem Galaxy S5.

 

Fazit

Abschließend bleibt die Erkenntnis, dass das S5 Mini auf dem Papier ein gutes Gerät ist, und im Grunde genug Leistung bringen müsste.
Aber gerade die habe ich immer wieder vermisst. Und ich glaube, dass das in erster Linie an Samsungs TouchWiz Oberfläche liegt. Mit dem verbauten Quadcore, der Mali 400 GPU und 1,5 GB RAM müsste das Gerät flüssiger zu nutzen sein, als es in der Realität der Fall war.
Insgesamt finde ich, dass diverse Hersteller auch bei den „mini“-Geräten gerne mal eine Schippe draufpacken könnten – viele Leute haben lieber ein etwas kompakteres Gerät, als die gängigen 5 und mehr Zoll. Dafür sollten sie aber keine Abstriche machen müssen.

Letztendlich ist das Galaxy S5 Mini von Samsung ein Smartphone was für viele die Ansprüche an ein die meisten Funktionen abdeckt. Vielleicht schafft Samsung aber mit dem Lollipop-Update noch etwas mehr aus dem eigentlich ordentlichen Gerät heraus zu kitzeln.

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