Google startet als Mobilfunktanbieter: Project Fi

Google hat gestern die Katze bezüglich des neuen, hauseigenen Dienstes Project Fi aus dem Sack gelassen, damit expandiert Google in den Bereich der Mobilfunkanbieter und das Modell ist so simpel, wie es genial ist.

 

Momentan läuft es fast überall so: ich schließe einen Vertrag mit einem Mobilfunkanbieter über eine bestimmte Leistung (sagen wir 1GB bei HSDPA/LTE, Telefonflat, SMS-Flat) zu einem bestimmten Preis (sagen wir 20€). Dieser Vertrag hat in der Regel eine Laufzeit von 24 Monaten und an den Konditionen ist nichts zu drehen.

Mit Project Fi geht Google einen anderen Weg: Man zahlt monatlich 20$ für den „Standard“, nämlich Telefonie (Festnetz oder Mobilfunknetz), und SMS. Der Datenverbrauch wird in Gigabyte berechnet. Heißt: 1GB kostet 10$, 2GB kosten 20$, 3GB kosten 30$. Das an sich ist noch kein richtig guter Deal; der Trick aber ist, dass wenn man zum Beispiel 3GB für 30$ nimmt, statt der vollen 3GB aber nur 1,8GB verbraucht, bekommt man die Differenz von 12 Dollar gutgeschrieben. Andersherum wird bei Überziehen ebenfalls auf den nächsten Monat angerechnet. In den USA ist es bei anderen Anbietern häufig so, dass man nicht gedrosselt wird, sondern „Strafe“ zahlen muss(eine Praxis, die sich bei uns zum Glück noch nicht etabliert hat!) Googles Weg ist da fairer.

Dadurch ist Fi im Vergleich zu anderen Mobilfunkverträgen in Amerika aber auch um einiges Billiger:

project fi vergleich tarife verträge

 

Außerdem Profitieren Fi-Nutzer davon, dass Google für den Dienst 3 Netze benutzt: T-Mobile, Sprint und öffentliche WLANs (letzteres wäre bei der aktuellen Rechtslage bei uns nicht, der nur schwer möglich), wodurch man eine bessere Netzabdeckung erreicht, als nutzte man nur das Netz eines einzigen Providers. Hinzu kommt: für Roaming werden keine Zusatzkosten für Telefon und SMS verlangt; man hat zwar außerhalb der USA nur 1GB Datenvolumen zu Verfügung, aber das sind in den meisten Fällen schon rund 1GB mehr, als bei anderen Anbietern in dem Preissegment.

Dabei ist der User ebenfalls nicht zwingend an das eine Gerät in der Hosentasche gebunden: solange über das Google-Konto verbunden, können Telefonie, online-Messaging-Dienste, aber auch SMS sowohl über das Smartphone, als auch über das Tablet genutzt werden.

 

Der Haken? Googles Project Fi funktioniert derzeit nur mit einem einzigen Gerät: dem Nexus 6. Und auch nur in den USA. Und auch nur durch ein Invite-System, bei dem man sich bewerben kann. Aber ich habe das Gefühl, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird.

 

Fakt ist: in Amerika ist der Mobilfunkmarkt ein deutlich anderer, als bei uns – es gibt deutlich mehr Restriktionen durch die Anbieter, Geräte gibt es teilweise nur in bestimmten Varianten für den einen Netzbetreiber oder bei dem einen gar nicht. Google mischt dort also mit Project Fi den Markt ordentlich auf – bei uns sieht die Ausgangslage, sowie die Situation der Anbieter, aber auch die Rechtslage etwas anders aus, deshalb kann noch bezweifelt werden, dass Project Fi in einem Zeitraum von Monaten auch bei uns verfügbar wird. Wir können hier wohl eher in Jahren rechnen.

 

 


Quellen: google, androidpolice

 

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: