[Review] Moto E 2015 – Budget aber nicht so richtig

Moto E (2015)

Moto E (2015)
78

Performance

7/10

    Handling

    8/10

      Kamera

      6/10

        Software

        9/10

          Akku

          10/10

            Pros

            • Stock Android / Kaum angepasst
            • Sehr handlich
            • erweiterbarer Speicher
            • überraschend guter Lautsprecher

            Cons

            • Kamera nur sehr mittelmäßig
            • kleiner Arbeitsspeicher
            • kleiner interner Speicher

            Vorwort

            Klare Sache: Wer sich heute ein Smartphone kauft, schaut sich in der Regel direkt bei Geräten mit einer Bilschirmdiagonalen von 5 Zoll (oder noch größer) um. Allerdings wollen die meisten Käufer dann aber auch das Neueste von Neuen mit viel internerm Speicher und ultrahochauflösender Kamera, dem neuesten Betriebsssystem und am besten noch erweiterbarem Speicher haben. Aber diese Wollmilchlegende Eiersau ist nun einmal schwer zu finden.

            Wer aber tatsächlich gerne nicht mehr als 150€ in die Hand nehmen möchte, und nicht auf alle Annehmlichkeiten verzichten will, für den hat Motorola das Moto E in petto – ein kleines, handliches Gerät, das aktuell für rund 120€ über die Ladentheke geht. Und das sogar mit Android Lollipop und einem MicroSD-Kartenslot aufwartet. Wir hatten das Gerät zum Testen bei uns und hier kommt unser Fazit:

             

             

             

            Verarbeitung und Äußerliches

            motorola moto e 2015 (2)

            Das Moto E ist klein. Gemessen an aktuellen Smartphones auf dem Markt ist das Moto E sogar winzig. Mit 130*68*12,3 Millimeter ist das Gerät zwar sehr handlich und dürfte damit auch etwas für Menschen mit kleinen Händen sein, denen die aktuellen 5-Zöller einfach zu groß sind, aber bei der Dicke von deutlich über einem Zentimeter fühlt sich das kleine Smartphone aber auch manchmal wie ein richtiger Brocken an. Dabei spielte das Gewicht von rund 143 Gramm keine so große Rolle; ich empfand es als angenehm. Leichter ist zwar manchmal besser, aber das Moto E wirkte auf mich nicht schwer.

            Beim Design hat man sich stark an den großen Brüdern Moto X und Moto G orientiert, allerdings fehlt dem Moto E ein wenig die Eleganz, die die Geschwister ausstrahlen. Motorola hat hier weder einen SIM-, bzw. MicroSD-Tray verwendet, noch eine abnehmbare Rückseite; man setzt hier auf einen Wechselrahmen um das Gerät herum, der gegen andersfarbige ausgetauscht werden kann und die Einschübe für die beiden oben genannten Karten verbirgt.

            motorola moto e moto g moto x nexus 6 (5)
            Moto X – Moto G – Moto E – Nexus 6

            Auf der Vorderseite besitzt das Smartphone ein 4,5 Zoll großes Display, das mit 960*540 auflöst und damit auf 244 ppi kommt – kein großartige Wert, aber durchaus okay. Sehr gut fand ich allerdings, dass Motorola die bisherige Philosophie fortsetzt und auch beim Moto E auf einen (Mono-)Frontlautsprecher setzt. Der ist zwar kein Klangwunder, wie die Lautsprecher von anderen Hersteller, aber ich begrüße jedes Smartphone und/oder Tablet mit Fontlautsrpechern und tue mich immer wieder schwer mit seitlichen oder rückwärtigen Speakern.

            Das Moto E besitzt, genau wie die meisten anderen, aktuellen Motorola Geräte (Moto X, Moto G, Nexus 6) eine Delle auf der Rückseite, die einen ziemlich natürlichen Ruhepunkt für den Zeigefinder bietet und damit ein angenehmes Halten ermöglicht.

            motorola moto e 2015 (1)

             

            Software

            Hier muss man tatsächlich nicht groß ausschweifen: Motorola fummelt nicht viel an Android herum und fügt lediglich einige, wenige Funktionen (wie die Gestenaktivierung der Kamera) den Geräten hinzu. Ansonsten sieht man hier 1A Lollipop ohne irgendwelche Themes oder sonstigen Schickschnak.

            Moto E 2014

             

            Spezifikationen und Performance

            Auch diesen Punkt könnte man schnell abarbeiten: man bekommt performancetechnisch beim Moto E, wofür man bezahlt: es ist ein Snapdragon 200 Quadcore-Prozessor (mit 1,2GHZ) verbaut, der von 1GB RAM unterstützt wird. Der hat tatsächlich gute Arbeit geleistet. Auch wenn man manchmal einen kleinen Augenblick auf die CPU warten musste, hat im Grunde immer alles gefluppt und ich war mit der Leistung sehr zufrieden. Sehr aufwenige 3D-Spiele hat das Moto E schon mal ganz gerne verruckelt, sodass es hie und da etwas weniger Spass machte, diese zu spielen. Casual Games oder auch „etwas ältere“ Spiele hingegen meisterte das kleine Smartphone relativ problemlos.

            In Benchmarks lag das Gerät irgendwo im unteren Bereich – allerdings sind wir hier mal ehrlich: Dieses Smartphone würde sich wohl niemand für die Top-Performance kaufen. Und dafür ist es auch nicht gedacht.

            Ein Punkt, der allerdings nicht selbstverständlich in dieser Preisklasse ist: Das Moto E kommt mit LTE und damit mit dem schnellsten, was hierzulande an mobilem Internet möglich ist. Gibt der Vertrag und die lokale Netzabdeckung das her, kann man hier problemlos zackig Seiten öffnen, Videos schauen oder was man sonst so mobile macht und das mit einem Affenzahn.

             

            Kamera

            Bei der Kamera allerdings muss man hier schon wieder den Preis bedenken: das Moto E kommt mit einer 5 Megapixel Hauptkamera daher, die standardmäßig im 16:9 Format knipst – dann allerdings bleiben von den ursprünglichen lediglich etwas mehr als 3,5 MP übirg. Das ist zwar keineswegs zeitgemäß, dafür waren die Bilder aber immerhin okay. Bei guten Lichtverhältnissen waren die Bilder ansehnlich. Ein nachträgliches Vergrößern eines Auschnitts würde ich aber keineswegs empfehlen; dafür reichen die Pixel dann doch nicht aus.

            Dafür aber muss ich Motorola für die Kamera-App loben: diese ist schlicht gehalten und seit dem letzten Update ebenfalls um eine manuelle Belichtung erweitert worden. Der Clou an der App: schwenkt man das Smartphone zweimal kurz in der Hand, öffnet sich die Applikation sofort und man kann ein Foto machen. Kein umständliches entsperren und suchen der Kamera-App; Schnappschüsse sind so jederzeit drin. Außerdem bestimmt das Smartphone in dieser App ebenfalls selbstständig, ob HDR angemessen wäre – in den meisten Fällen tut das dem Bild keinen Abbruch.

            Moto E 2015 (1)

            Auf einen Blitz hat man beim Moto E übrigens verzichtet. Das finde ich alles andere als schlimm, da selbst bei dual-tone LEDs Fotos meiner Meinung nach in 99% der Fälle immer schrecklich aussehen. Vermisst habe ich diesen also beim besten Willen nicht.

            Moto E Testbild (1)

            Natürlich verfügt das Moto E auch über eine Frontkamera – diese ist aber tatsächlich so schlecht, dass kein einziges Foto damit gelingen will und man tunlichst die Finger davon lassen sollte. Leider.

             

            Akku

            Immer wieder ein Argument, dass bei mir über Kauf oder Verzicht entscheidet ist der Akku. Der muss bei mir einfach den Tag über halten. Punkt. Und beim Moto E tat er das. Ich habe das Gerät nicht in die Knie gezwungen bekommen. Es lief einfach weiter. Tatsächlich war das kleine Motorola Handy eines der ersten, das ich gewollt abends nicht an den Strom gehangen hatte und noch einen zweiten Tag mit dem Restakku auskam. 2.290mAh für ein kleines Gerät (und kleines Display) sind nun einmal mehr als ausreichend und ich glaube, dass es damit zum perfekten Begleiter für zwei- bis drei-Tages-Trips sein könnte, bei denen man womöglich nicht regelmäßig Steckdosen auffinden wird – und das alles ohne einen gesonderten Energiesparmodus (kleiner Wink an den großen, koreanischen Smartphonehersteller).

            moto e akku

             

            Was bleibt also?

            Das Moto E ist für aktuell rund 120€ ein gutes Gerät. Keine Frage. Aber: wer die Augen aufhält, bekommt für einen 10er oder 20er mehr schon ein Moto G – und das bietet nicht nur Stereo-Frontlautsprecher, sondern auch deutlich mehr Performance… Dennoch: wer auf jeden Fall ein Gerät mit unter 5 oder 4,7 Zoll haben will, dem sei das Moto E absolut ans Herz gelegt. Man bekommt ein Gerät mit einer der aktuellsten Android-Versionen (die manche „Flagschiffe“ noch nicht besitzen) und kann den etwas kleinen internen Speicher locker mit einer MicroSD-Karte erweitern. Außerdem hat man hier eine Akkulaufzeit, die Ihresgleichen sucht und eine Performance, die für die allermeisten Aktivitäten ausreichend ist.

            Moto E 2015 (2)

            Wer allerdings gerne viele und auch gute Fotos machen möchte, der könnte hier vielleicht an die Grenzen dessen stoßen, was man für knapp über 100€ bekommt. Lediglich den Selfie-Freunden da draußen würde ich vom Moto E abraten. Grundsätzlich aber findet man hier ein solides Smartphone mit allen nötigen Funktionen. Dennoch sollte man bedenken, dass es die nächstgrößere Variante, nämlich das Moto G oft für wenig mehr gibt…

             

             


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