VR ausprobiert: Googles Daydream View

Auf dem gestrigen Google-Event in Berlin hatte ich die Möglichkeit, neben den beiden Pixel-Smartphones, auch mit dem VR-Headset der Mountain Viewer zu spielen. Und ich war sowohl angetan, als auch ein wenig enttäuscht.

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(k)ein Headset, wie jedes andere

Der Daydream View ist ein VR-Headset, wie man es vielfach im Netz kaufen kann: ein Kasten, in den ein Smarpthone eingespannt wird, zwei Linsen, ein Kopfband. Zwar hat Google die Brille mit schickem und weichem Stoff bespannt, das macht einiges her, aber mehr ist da auch kaum bei. Sehr clever ist die Einrichtung des Viewers: legt man das Smartphone in die vordere Klappe, registriert das Smartphone die Verbindung (wohl NFC) und startet die Daydream App.

Nicht so clever hingegen fand ich den Workaround, den Google mit einem praktischen Problem genommen hat: Brillenträger lassen die Sehhilfen unter dem VR-Headset nämlich einfach an. Dafür bietet der Daydream View nämlich extra viel Raum zwischen Linsen und Stirn, wenn die Brille aufgesetzt ist. Das mag zwar auf den ersten Blick praktisch wirken, allerdings ist es je nach Brillenmodell sicherlich nicht so super angenehm zu tragen und ich persönlich mag es lieber, wenn ich die Möglichkeit habe, den Fokus und den Augenabstand manuell justieren.

 

Genialer Controller

Mit dem Controller allerdings hat Google in der Tat einen einfachen und genialen Weg gefunden, mit VR zu interagieren. Wer schon einmal auf Amazon nach einem entsprechenden VR-Headset gesucht hat, hat sicherlich diverse kleine Controller für kleines Geld dazu angeboten gesehen.

Googles Controller will aber keine klassische Eingabe-Einheit ersetzen, sondern besitzt im Grunde nur ein klick-bares Touch-Panel und sonst lediglich eine Home- und eine Funktionstaste. Dafür verfügt der Controller über Bewegungs- und Neigungssensoren, die bei der Steuerung helfen.

In der App-Auswahl der Daydream App diente es mir etwa als Zeiger für die Auswahl der zwei Demos, die ich testen konnte, in einem Spiel bewegte der Controller über die Neigungssensoren ein Spielfeld, auf dem ich eine Kuh-Kugel manövrieren musste.

Das war in der Tat ziemlich cool und funktionierte so viel besser, als ein Schiebemagnet auf der Seite eines Stück Kartons. Ich bin sehr gespannt, ob Google die Möglichkeit bieten wird, zwei dieser Controller zu verwenden – dann gäbe es sicherlich eine ganze Batterie von coolen Games, die man damit zocken könnte.

Sehr praktisch: wird das Headset nicht verwendet, kann der Controller einfach in einer Lasche in der Klappe des Daydream View verstaut werden, um nicht verloren zu gehen.

 

Apps und Spiele

Google sagte, dass man mit über 50 Partnern zusammen arbeitet, um neue und coole Spiele und Apps für die VR-Plattform zu entwickeln. Unter anderem hat man einen exklusiven Deal geschlossen, der ein Zauberer-Spiel aus der Harry Potter Welt beinhaltet, das VR-Interface für YouTube überarbeitet und sicherlich eine kleine Batterie an Casual VR Games (gibt es das überhaupt?) in petto. Neben YouTube wird man in den kommenden Wochen auch die Google Play Filme App VR-fähig machen.

 

Preis und Verfügbarkeit

Der Daydream View inklusive des Controllers wird ab Mitte November für einen Preis von 69€ verfügbar sein.

Ob das dann wirklich ein Schnäppchen ist, wird wohl jeder für sich selber ausmachen müssen. Ein VR-Headset, bei dem man etwa die Linsen justieren kann (was ich doch recht wichtig finde), bekommt man schon heute für weniger als die Hälfte. Allerdings macht der Daydream View aber auch optisch einiges her und kann im Gegensatz zu vielen Alternativen auch dekorativ im Regal sitzen. Und natürlich ist der Controller noch einmal ein ganz eigenes Thema, wenn man auf den Preis blickt. Wann (und zu welchem Preis) es hier Alternativen von Dritt-Anbietern gibt, muss man noch abwarten. Vielleicht ist man dann mit der Bestellung einer Kombi aus dem Google Store schneller…

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