Google Allo: bekommt eigene Apps, Desktop Client dauert noch

Ich nutze ihn zwar tagtäglich, aber so richtig durchgesetzt hat sich der Messenger Allo bis heute leider nicht. Google arbeitet weiterhin an neuen Funktionen, die meiner Meinung nach schon beim Release hätten verfügbar sein müssen.

Google Allo ist leider wieder ein Paradebeispiel für eine App, die extrem vielversprechend war, aber bei der leider einiges an Potenzial verschenkt wurde. Abgesehen von der Tatsache, dass man wieder die Chance vertan hat, mit entsprechender Werbung auch den otto-normal-Verbraucher darauf aufmerksam zu machen, dass es überhaupt eine neue Alternative zu WhatsApp und iMessage gibt, nachdem man Allo letztes Jahr für die Smartphones dieser Welt verfügbar gemacht hat, fehlten dem Messenger anfangs noch einfache Funktionen, die erst im Nachhinein implementiert wurden – als viele ihn nach einer Testphase schon nicht mehr nutzten.

 

Allo für den Desktop kommt in ein paar Wochen

So verhält es sich beispielsweise mit der Möglichkeit, Allo auch ohne das Smartphone zu nutzen. Bis heute gibt es noch keinen dedizierten Desktop-Client oder wenigstens eine Web-Variante des Messengers. Google hatte das anfangs mit der Tatsache begründet, dass Allo über die Telefonnummer den Nutzer authentifiziert. Dass das aber nur eine halbe Wahrheit ist, hatte bereits vor viele Monden WhatsApp bewiesen. Jetzt gibt es wenigstens einen kleinen Ausblick: der Verantwortliche für Allo und Duo bei Google antwortete auf einen Tweet, dass es „noch ein paar Wochen“ dauere, bis man den Messenger auch auf dem Rechner nutzen kann.

Bereits im Februar hatte der VP der Kommunikationsabteilung ein Bild des Allo-Clients getwittert, auf den wir jetzt eben doch noch länger warten müssen.

 

Macht einen auf Facebook Messenger: Eigene Apps und Spiele für Allo

Derweil arbeitet das Team des Messenger ebenfalls an einigen „Apps“ innerhalb von Allo. Derek Ross berichtet, dass derzeit an zwei Spielen und einer gemeinsamen Listen-App gearbeitet wird. Diese Apps sind aber wohl an Allo gebunden und entsprechen nicht den kleinen Spielen, die man mit dem Google Assistant innerhalb des Messengers spielen kann. Warum man aber an einer weiteren Möglichkeit für gemeinsame Listen arbeiten muss, erschließt sich mich wieder einmal überhaupt nicht. Will man eine gemeinsame Einkaufsliste pflegen, kann man einfach Google Notizen nutzen… so mache ich es zumindest.

Noch eigenartiger ist allerdings die Tatsache, dass wohl auch an einer Messenger-App innerhalb von Allo gearbeitet wird. Was, wie und vor allen Dingen, warum man einen Nachrichten-Dienst in einem Nachrichten-Dienst implementieren sollte, entbehrt meiner Meinung nach jeglicher Vernunft. Womöglich will Google hier schlicht den Anschluss zum Facebook Messenger suchen, der die Nutzer ebenfalls mithilfe von (gemeinsamen) Mini-Spielen bei Laune und vor allem in der App halten will.

 

Ich bin ganz ehrlich: auch wenn ich Allo gerne und viel nutze und ich gerne mehr Leute davon überzeugen würde, den Messenger als Standard-Kommunikationsmittel zu nutzen, hat Google hier leider (gerade zu Anfang) ein rohes Gericht auf den Teller geworfen. Während der FB Messenger, WhatsApp, iMessage, Hangouts, ja sogar ICQ das Komplettpaket von Nachrichten mit kleinen Gimmicks, Sprachnachrichten, Anrufen über die Datenverbindung und teils Videoanrufe bot, wirkte Allo dagegen eher wie ein StartUp (von einem der größten IT-Unternehmen der Welt wohlgemerkt). Die Funktionen, die jetzt peu à peu nachgereicht werden (oder im Fall von Duo ausgelagert sind), erreichen niemanden, außer vielleicht die die-hard-Fans und eben uns Blogs. Dass man jetzt auch noch eine weitere Ebene in Form von eigenen Apps hinzufügt, dürfte bei potenziellen Nutzern eher nur zu Verwirrung führen.

 

 


via androidpolice

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