Mit Android Messages auch im Browser SMS schreiben – so geht’s


Google hat einen seiner gefühlten 42 Mesaging-Dienste ein neues Feature verpasst. Dabei handelt es sich allerdings nicht um den iMessage-Killer und Allheilsbringer – ein nettes Feature ist es dennoch: man kann jetzt auch am Computer seine Konversation via SMS fortsetzen. Wenn überhaupt noch jemand SMS schreibt.

Es fühlt sich wie ein Wettrennen an, das Apple und Facebook schon lange gewonnen haben. Mit iMessage bietet Apple die geschlossenste und gleichzeitig beste Lösung an, um im Kontakt untereinander zu bleiben. Jemand schreibt mir eine SMS und sie erscheint in iMessage, sodass ich sie dort direkt beantworten kann – als SMS. Jemand schreibt mir von seinem iPhone aus per iMessage und ich kann die Nachricht dort ebenfalls direkt beantworten – als Bild, Video, Animoji, Sprachnachricht oder ich nutze direkt das integrierte Facetime und mache einen Videoanruf – auf dem iPhone, sowie auf dem iPad und Mac.

Mit dem Facebook Messenger, WhatsApp und Instagram bietet Facebook gleich mehrere (und das WhatsApp wohl der etablierteste Dienste außerhalb von China ist, ist wohl unumstritten) Dienste an, mit denen ich mit meinen Mitmenschen in Kontakt bleiben kann. Hier sind mittlerweile die Möglichkeiten auch fast endlos: formatierte Textnachrichten, Videos, Bilder, GIFs, Sprachnachrichten, Sprach- und Videoanrufe sind allesamt aus einer App heraus möglich – Internetverbindung vorausgesetzt.

Und dann gibt es Google Hangouts, Google Allo, Google Duo, eine integrierte Nachrichtenfunktion in YouTube, irgendwann „Chat“ und Android Messages. Letzteres kann allerdings nur abhängig vom Netzbetreiber RCS senden um empfangen und fällt sonst darauf zurück SMS und MMS zu versenden und zu empfangen und bietet bis heute (!!!) keine integration für etwa Allo, Hangouts oder Duo.

 

Android Messages im Browser

Für Android Messages hat Google nun eine Funktion ermöglicht, mit der man den SMS-Client auch im Browser des Computers verwenden kann, um mit den letzten 2 Kontakten, mit denen man noch SMS schreibt, auch abseits des Smartphones die Konversation weiter führen zu können. Das Vorgehen ist simpel und erinnert an die Lösungen von WhatsApp oder Allo:

  1. Stellt sicher, dass ihr auf der neuesten Version der Android Messages App seid (Google Play Link) (APK bei APKmirror)
  2. Ruft in eurem Browser messages.android.com auf
  3. Öffnet die Einstellungen der Messages App auf eurem Smarpthone und wählt „Messages Web“ aus
  4. Scannt den QR-Code
  5. fertig

 

Welche Funktionen bietet Android Messages im Web?

Der Funktionsumfang ist angesichts der zugrunde liegenden Technologie (der SMS-Standard stammt immerhin aus dem Jahr 1989) für die Nachrichten reichlich eingeschränkt. Ihr könnt hier eure Konversationen fortführen und neue Chats starten. Da die Grundlage für SMS natürlich eine Rufnummer ist, sollte klar sein, dass ihr auch hier ohne diese niemandem eine Nachricht schicken könnt. Dafür bietet Android Messages Web zwei Funktionen, die recht praktisch sein können: die Webansicht besitzt einen dunklen Modus, den ihr im Browser rechts oben bei den Einstellungen findet. Außerdem bieten die unterstützten Browser die Möglichkeit, fast beliebige Dateien per drag’n’drop in den Chatverlauf zu ziehen und so dem anderen zu senden. Hier sollte allerdings beachtet werden, dass die Medien dann gegebenenfalls als MMS verschickt werden und damit in ihrer Qualität reduziert werden und in der Regel der Mobilfunkbetreiber hierfür Kosten erhebt – auch wenn SMS in eurem Vertrag als Flatrate behandelt werden. Untersützt werden die Browser Chrome, Safari, Microsoft Edge und Firefox.

Bis heute hat sich der 2012 verabschiedete Standard RCS (Rich Communication System), der bei Android Messages eigentlich zum Einsatz kommt und eigentlich die Übermittlungsart der Wahl sein sollte nicht so richtig als Nachfolger von SMS etabliert. In meinem Fall unterstützt mein Anbieter eben keinen Versand von RCS-Nachrichten und damit bleibt Android Messages auf meinem Gerät auch nur ein SMS-Client. Das gilt übrigens für Senden und Empfänger der Nachricht – selbst also wenn euer Anbieter RCS unterstützt und euer Gegenüber es nicht tut, werdet ihr nicht den vollen Funktionsumfang nutzen können. Allerdings arbeitet vor allen Dingen Google mit Hochdruck daran, den Dienst bei Mobilfunkanbietern zu etablieren, bzw. umsetzen zu lassen. Die Deutsche Telekom etwa unterstützt das Versenden und Empfangen von RCS bereits und in der App (im Browser oder auf dem Smartphone) wird euch angezeigt, ob die jeweilige Nachricht als SMS oder RCS versandt wurde.

 

 

 


Quelle: google

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