Google verbannt Apps mit Lockscreen-Werbung

Wir alle haben die eine oder andere App, die wir anstelle der kostenpflichtigen, als kostenlose Variante nutzen. Und bei vielen dieser Apps finanziert der Entwickler seinen Aufwand durch das Einblenden von Werbung in der App. Hierfür gibt Google klare Richtlinien vor, wie man diese Werbung platzieren, bzw. gestalten darf und wie eben nicht.

Eine Möglichkeit war bis heute nicht ausdrücklich verboten und wurde zuletzt besonders prominent durch die App „ES Datei Explorer“ ausgenutzt: Werbung auf dem Sperrbildschirm. Das wirklich eklige hierbei: man platzierte keinen unschönen, aber noch übergehbaren Banner, sondern legte über den gesamten Sperrbildschirm Werbungen von vermeintlichen Sicherheitslösungen und irgendwelchen Booster-Apps, die schnelleres Laden versprachen, wenn man sie installiert. Für viele Anwender sah das natürlich wie eine Systemmeldung aus und sie installierten die geforderten Apps direkt. Auch weil man Werbung auf dem Sperrbildschirm einfach nicht gewohnt war und diese hier gerne als Vollbild mit kleinem ‚x‘ in der Ecke dargestellt wurde.

Google hat jetzt die Richtlinien für Werbung in Apps angepasst und schreibt nun klipp und klar:

Unless the exclusive purpose of the app is that of a lockscreen, apps may not introduce ads or features that monetize the locked display of a device.

Google fordert Entwickler auf, ihre Apps anzupassen und die Sperrbildschirm-Werbung zu entfernen. Ansonsten droht der Bann der App aus dem Play Store.

Wichtig ist allerdings, dass davon Apps, die alternative Sperrbildschirme bieten von dieser Regelung nicht betroffen sind – hier kann der Entwickler theoretisch auch auf dem gesperrten Bildschirm Werbung einblenden. Auch Werbung, die etwa eine Entlohnung für den Nutzer für angezeigte Werbung auf dem Sperrbildschirm anbietet, ist hiervon nicht betroffen. Es geht um alle anderen Apps, die sich das Recht erschlichen haben, diese Werbe-Platzierung machen zu dürfen und auf dem Sperrbildschirm des Nutzers eigentlich nichts zu suchen haben.

 

Ich begrüße diese Entscheidung ausdrücklich. Ich selber hatte den Fall in meiner Familie, dass dort jemand den ES Datei Explorer (auf meine Empfehlung hin) eingesetzt hatte und auf mich mit diesen ominösen Meldungen auf dem Sperrbildschirm an mich herantrat. Ein System auf diese Weise auszunutzen und Nutzer teils ganz gezielt mit vermeintlichen Optimierungsmeldungen über den gesamten Bildschirm zum Klick zu locken ist das Allerletzte.

Und auch wenn jetzt vielleicht der eine oder andere sowas sagen wird wie „na, solange es nicht verboten ist, ist es doch okay, wenn der Entwickler das macht. Ist doch Googles Problem/Schuld, wenn die das nicht verboten hatten“ könnte ich sagen „ja, damit hast du recht“. Aber nur weil es nicht verboten ist, Eichhörnchen aufzulauern und diese bei lebendigem Leib zu häuten und ihnen mit einem Seitenschneider die Extremitäten Stück für Stück abzuscheren, ist es ja noch lange nicht moralisch in Ordnung. Und einem Nutzer solche Werbung auf dem Smartphone unterzuschieben, nur weil es nicht ausdrücklich als verboten angegeben ist, ist einfach eine ganz läpsche Nummer und eine perfide Idee, Geld zu verdienen.

 


via phandroid

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