Google Pixel 2 XL: die beste Kamera im fast besten Smartphone – ein Erfahrungsbericht


Google Pixel 2 XL

720€
Google Pixel 2 XL
9.2

Verarbeitung

9.5 /10

Kamera

10.0 /10

Bedienung

8.5 /10

Optik

8.5 /10

Akku

9.5 /10

Pros

  • Beste Kamera. Punkt.
  • Stereo Frontlautsprecher
  • Stock Android mit schnellen Updates
  • Garantierte Updates durch Google

Cons

  • Display ist gewöhnungsbedürftig
  • Gerät ist recht sperrig
  • Lautsprecher krächzen manchmal
Lange hat es gedauert, jetzt geht endlich mein Testbericht zum Google Pixel 2 XL online. Und mit ein wenig Abstand zum Testgerät vermisse ich es und gleichzeitig auch nicht. Dabei ist „Testbericht“ vielleicht der falsche Ausdruck – Erfahrungsbericht trifft es wohl eher. Und meine Erfahrungen mit dem Pixel 2 XL könnt ihr hier nachlesen.

TL;DR

Das Pixel 2 (XL) ist in einigen Punkten meiner Meinung nach noch immer das beste Smartphone auf dem Markt. Ganz weit vorne liegt es natürlich wegen der großartigen und imho ungeschlagenen Kamera. Über „Problemchen“, wie das durch viele Medien aufgebauschte Display mit etwas stumpfen Farben und dem Blaustich bei unnötig schrägen Blickwinkeln und einen manchmal krächzenden Lautsprecher kann man hinwegblicken, wenn man pures Android mit einer extrem knackigen Performance bekommt und gleichzeitig eine, einer DSLR (fast) ebenbürtigen Kamera in der Hosentasche hat. Schön wäre aber etwa ein Kopfhöreranschluss und kabelloses Laden gewesen. Letzteres hatte selbst Apple in seinen aktuellen Geräten integriert.

Leider ist das Pixel 2 und das Pixel 2 XL relativ stabil in seinem Preis und so bleibt das Smartphone noch immer für viele, die es sich nicht über einen Vertrag finanzieren ein sehr kostspieliges Gerät – das spricht zwar für das Smartphone, aber macht es auch ein Stück weit zu einem Ladenhüter.

Wenn ihr ganz ausführlich wissen wollt, was ich so richtig gut und was ich nicht so richtig toll am Pixel 2 XL fand, dann lest einfach weiter.

Oder seid lesefaul und schaut euch das Video zum Smartphone auf unserem YouTube Kanal an.


 

Vorwort / Liebeserklärung

Ich bin ganz ehrlich: es gab Momente, da hat mir das Pixel 2 XL von Google nicht so richtig gut gefallen. Etwa wenn ich großartige Fotos ein bisschen nachbearbeitet habe und mir immer wieder ins Gedächtnis rufen musste, dass alle anderen wohl ein Display haben, auf dem die Farben anders dargestellt werden und ich mich entsprechend nicht darauf verlassen konnte, was ich gerade auf dem Panel sehe. Oder wenn ich das Pixel 2 XL aus der Hosentasche nahm und es wieder eine Myriade an Staubpartikeln am oberen Rand kleben hatte. Oder wenn ich in der oberen, linken Ecke ein Element auf dem Bildschirm berühren musste und leichte Fingerakrobatiken ausführen durfte.

Aber dann gibt es diese Momente, wo ich Abends auf der Terasse ein YouTube-Video schaue und ich mich einfach freue, dass ich nicht (wie bei meinem LG G6) mit der Hand eine Muschel um den Lautsprecher bilden muss, weil zwei große, laute Lautsprecher das Display flankieren und mir in Stereo wiedergeben, was das Video rüberbringen sollte. Oder wenn ich in dieser einen Situation innerhalb von, zumindest gefühlt, nur einer Sekunde die Kamera starte und schon vor dem Drücken des Auslösers weiß, dass auch dieses Bild ein Schnappschuss par excellence werden wird – mit oder ohne künstlichem Bokeh- oder Portrait-Effekt. Oder dass Videos so genial stabilisiert werden, dass ich nur müde ob all der vorgeschlagenen Gimbals auf Amazon lächeln kann. Oder wenn ich das Pixel 2 XL mit einem etwas festeren Druck aus der Hosentasche nehme und sofort der Google Assistant angesprungen ist, den ich bitte, die Schreibtischlampe im Arbeitszimmer einzuschalten.

Für Googles Pixel-Geräte gilt zumindest für mich, wie bei keinem anderen Hersteller „once you go Pixel, you never go back“ – oder es wird wenigstens verdammt hart, zu einem anderen Gerät zurück zu gehen.

 

Wenn man es nur auf Äußerlichkeiten reduziert…

…ist das Pixel 2 XL eigentlich kein so richtig auffallendes Smartphone – zumindest die komplett schwarze Variante, die ich testen konnte. In der „Panda“-Ausführung, mit weißem Body und orangenem Power-Button allerdings sticht es schon hervor. Vorne ein 6 Zoll großes Glas, das zu den Rändern leicht gewölbt und nur durch zwei Schlitze im oberen und unteren Bereich durchbrochen wird, hinter denen sich die Stereo Frontlautsprecher verstecken. Hach, Stereo Frontlautsprecher…

Auf der Rückseite und den Seiten findet man einen metallenen Körper, der mit einer griffigen Schicht überzogen ist und im oberen Viertel / Drittel durch ein Glasfenster ergänzt wird, das die Kamera, die dazugehörigen Sensoren und die Antennen für WLAN, LTE und NFC beherbergt. So kann man sich „Antennenstreifen“ auch sparen – und das sieht eigentlich sehr schick aus. Dieses Jahr hat die Kamera leider einen kleinen Buckel bekommen. Beiweitem nicht so prominent, wie beim iPhone X, aber genug, um ein leichtes Wippen zu erzeugen, wenn das Gerät auf der Rückseite liegt.

Einen Kopfhöreranschluss hat man sich dieses Jahr gespart. Für mich eigentlich kein Argument, das gegen ein Smartphone spricht, gerade wo bis auf LG eigentlich kein Hersteller einen wirklich hochwertigen DAC verbaut und ich selber eigentlich komplett kabellos unterwegs bin. Allerdings darf man gerne darauf hinweisen, dass man sich bei der Vorstellung der ersten Pixel-Smartphones noch einen Spaß daraus gemacht hatte, darauf hinzuweisen, dass sie mit dem 3,5mm Anschluss kommen. Aber auch beim Thema Laden kann man etwas monieren; denn hier hat Google auch gespart und den beiden Geräten Pixel 2 und Pixel 2 XL, genau wie den Vorgängern leider kein kabelloses Laden spendiert. Aufgrund des metallenen Gehäuses ist das schlicht technisch nicht möglich, aber gerade wo Apple den Zug wieder ins Rollen bringt (ich erinnere gerne daran, dass es schon vor über 5 Jahren zig Android-Geräte gab, die kabellos geladen werden konnten), ist es einfach ein bisschen schade, dass die Smartphones von Google dies nicht beherrschen.

 

Und dann dieses schreckliche, furchtbare Display! …oder?

Und jetzt muss ich nach gut 3 Monaten, in denen ich das Gerät als Daily Driver, wie man so schön sagt, benutzt habe, eine Sache klarstellen: das Display des Google Pixel 2 XL ist beiweitem nicht so ein Problem, wie es gerade zu Anfang dargestellt wurde. Ja, es gibt diesen „blue shift“, also einen sichtbaren, blauen Schimmer auf dem Display, wenn es stärker geneigt wird, aber a) sind die Szenarien in denen es so arg wird, dass man es als störend empfindet, so selten und b) nur bei extremen Winkeln wirklich richtig blau. Ein größeres Thema sollte da die Farbdarstellung des Panels sein. Die ist nämlich von Werkseinstellungen aus so eingestellt, dass Farben weniger knallig sind und so zumindest im Vergleich zu anderen Geräten etwas verwaschen oder stumpf aussehen können. Das kann bei jemandem, der gerne Bilder nachbearbeitet und ein bisschen „Pop“ hineinbringen will, unweigerlich zu völlig übersättigten Fotos führen. Nach einem Update wurde aber softwareseitig nachgebessert und nun kann man zwischen „Verstärkt“, „Natürlich“ und „Gesättigt“ wählen und kommt so deutlich näher an die Farbdarstellung anderer Smartphone ran.

Dass dieses Thema so dermaßen aufgeblasen wurde, lag sicherlich zu einem nicht unerheblichen Teil daran, dass Google das Gerät (wie es üblich ist) vielen einschlägigen Seiten, Blogs, YouTubern und Co. zur Verfügung gestellt hatten, die sich natürlich mit solchen Themen viel eindringlicher und tiefgehender beschäftigen, als ein normaler Verbraucher. So startete das Pixel 2 XL mit einem ziemlich schlechten Ruf und vielen negativen Schlagzeilen. Heute bleibt davon am Gerät selber nichts mehr übrig, aber das Image ist seitdem mit diesen Makeln behaftet.

Ein Punkt, der mir bei meinem Testgerät übrigens irgendwann aufgefallen ist: der untere Lautsprecher hat zu irgendeinem Zeitpunkt unvermittelt angefangen, bei bestimmten Frequenzen (und das leider am ehesten bei Sprache) ein wenig zu krächzen. Nicht so, dass man auf einmal keine Musik mehr hören oder Videos gucken kann und es unerträglich ist – aber so, dass man es, wenn man es einmal gehört hat, nicht mehr ungeschehen machen kann. Im Video zum Smartphone habe ich das versucht einzufangen, wobei es etwas schwer zu hören ist. Dabei habe ich das Pixel 2 XL nicht fallen lassen oder in Wasser geatucht oder Ähnliches (wobei letzteres dank IP67 Zertifizierung auch kein Problem hätte sein dürfen). Es hat einfach irgendwann angefangen und ist geblieben.

 

Benutzung / Leistung / Performance – a.k.a. „boah, das ist ja nur der SD835“

„Im neuen Galaxy S 79 steckt der Snpadragon 9000 und das Huawei P400 hat den MediaTek Helio XXL! Und Google setzt nur auf den Snapdragon 821…“ So ähnlich klangen die Meinungen, als das erste Pixel vorgestellt wurde. Ein SoC der letzten Generation – das ist ja so 4-Monate-her… Und auch das ist irgendwie auch noch ein Thema beim Pixel 2. Schaut man sich heute einschlägige Test-Kanäle an, die das Geräte six months later noch einmal anschauen, dann spricht man gerne von einem in die Tage gekommenen Prozessor oder dass der Snapdragon 835 im Pixel 2 etwas outdated ist aber immerhin well aged.

Fakt ist aber: das Pixel 2 XL hat mich nicht nur nie im Stich gelassen, was die Performance angeht, sondern alle ihm aufgetragenen Jobs zu meiner vollsten Zufriedenheit gelöst. Mindestens just in time, aber immer dann, wenn ich es brauchte. Und nicht zuletzt beim Thema Kamera, wo viele Smarpthones gerne mal 2 und mehr Sekunden brauchen, bis die Applilkation einsatzbereit ist, war das Pixel 2 XL immer innerhalb eines Wimpernschlages da und hat mich Fotos knipsen lassen, ohne dass ich den einen Moment verpasst hätte. Und ja, ich spreche natürlich von meinem Sohn und wer selber Kinder hat, der wird eine Kamera, die schnell einsatzbereit ist, zu schätzen wissen.

Mit außerdem 4GB RAM und 64 (oder wahlweise 128) Gigabyte internem Speicher ist das Smartphone meiner Meinung nach so gut aufgestellt, dass ich auch keine Erweiterung brauche. Denn seien wir mal ehrlich; wer sich eine 256GB Speicherkarte in das Smartphone mit 128GB steckt, der hat vielleicht nicht begriffen, wofür so ein Teil eigentich nicht da ist…

Hier bringe ich außerdem noch den Akku des Geräts unter: der ist einsame Spitze. Ich habe das Pixel 2 XL fast nie über den Tag noch einmal nachladen müssen. Bildschirmzeiten von 5 und mehr Stunden waren der Standard bei dem Gerät und auch längere Navigationen via Google Maps oder die eine oder andere Stunde auf YouTube hat der Akku locker weggesteckt. Wer sich also nicht um die nächste Steckdose sorgen will, der wird hier sehr gut bedient sein.

 

Betriebssystem

Android 8.0.0, Oreo

  • Android 8.0.0, Oreo
  • Mindestens 3 Jahre Betriebssystem- und Sicherheitsupdates

 

Display

Always-On-Display

  • Pixel 2
  • 5 Zoll (127 mm) Display für echtes Kino-Feeling
  • FHD (1920 x 1080) AMOLED mit 441ppi
  • 16:9
  • 2.5D Corning® Gorilla® Glass 5
  • Always-On-Display
  • 95 % Abdeckung des DCI-P3-Farbraums
  • Kontrastverhältnis 100.000:1
  • Tiefschwarzwert
  • Volle 24-Bit-Farbtiefe oder 16,77 Mio. Farben
  • Pixel 2 XL
  • 6 Zoll Vollbild-Display
  • QHD+ (2880 x 1440) POLED-Display mit 538 ppi
  • 18:9
  • 3D Corning® Gorilla® Glass 5
  • Always-On-Display
  • 100 % Abdeckung des DCI-P3-Farbraums
  • Kontrastverhältnis 100.000:1
  • Tiefschwarzwert
  • Volle 24-Bit-Farbtiefe oder 16,77 Mio. Farben

 

Kameras

Rückseite: 12,2 MP • Vorderseite: 8 MP

  • Rückkamera
  • 12,2 MP
  • 1,4 μm
  • Autofokus mit Laser und Dual-Pixel-Phasenerkennung
  • Optische und elektronische Bildstabilisierung
  • Blende: f/1.8
  • Rückkamera – Video
  • 1080p bei 30 fps, 60 fps und 120 fps
  • 720p bei 30 fps, 60 fps und 120 fps
  • 4K bei 30 fps
  • Frontkamera
  • 8 MP
  • 1,4 μm
  • Blende: f/2.4
  • Fixfokus
  • Frontkamera – Video
  • 1080p bei 30 fps
  • 720p bei 30 fps
  • 480p bei 30 fps

 

Prozessoren

Qualcomm® Snapdragon™ 835

  • Qualcomm® Snapdragon™ 835
  • 64-Bit-Achtkernprozessor mit 2,35 GHz und 1,9 GHz
  • Adreno 540
  • Sicherheitsmodul
  • Pixel Visual Core

 

 

Arbeitsspeicher und interner Speicher

RAM: 4 GB • Speicher: 64 GB und 128 GB

  • Speicher
  • 4 GB LPDDR4x RAM
  • Speicher
  • Interner Speicher: 64 GB und 128 GB
  • Unbegrenzter Onlinespeicherplatz für Fotos und Videos

 

 

Abmessungen und Gewicht

Pixel 2: 145,7 * 69,7 mm • Pixel 2 XL: 157,9 * 76,7 mm

  • Pixel 2
  • Länge: 145,7 mm1
  • Breite: 69,7 mm1
  • Höhe: 7,8 mm1
  • Gewicht: 143 g
  • Pixel 2 XL
  • Länge: 157,9 mm
  • Breite: 76,7 mm
  • Höhe: 7,9 mm
  • Gewicht: 175 g

 

Farben

Just Black • Clearly White • Kinda Blue • Black & White

  • Pixel 2
  • Just Black
  • Clearly White
  • Kinda Blue
  • Pixel 2 XL
  • Just Black
  • Black & White

 

Medien und Audio

Stereo-Frontlautsprecher

  • Stereo-Frontlautsprecher
  • Bluetooth 5.0 + LE
  • Kabelloses HD-Audio mit Unterstützung der Audio-Codecs LDAC, Qualcomm® AptX™ und AptX HD™
  • USB-C™-Port zur Verwendung mit deinen digitalen USB-C-Kopfhörern
  • Kopfhöreradapter auf 3,5-mm-Klinke
  • 3 Mikrofone
  • Rauschunterdrückung

 

Akku

Pixel 2: 2700 mAh • Pixel 2 XL: 3520 mAh

  • Pixel 2
  • 2700-mAh-Akku
  • Nur 15 Minuten Ladezeit für bis zu 7 Stunden Akku
  • Pixel 2 XL
  • 3.520-mAh-Akku
  • Nur 15 Minuten Ladezeit für bis zu 7 Stunden Akku

 

Kabellose Übertragung und Standort

WLAN 2,4 G • Bluetooth 5.0

  • WLAN
  • WLAN 2,4 G + 5 GHz 802.11 a/b/g/n/ac 2 x 2 MIMO
  • Bluetooth 5.0 + LE
  • NFC
  • eSIM
  • Standort
  • GPS
  • GLONASS
  • BeiDou
  • Galileo

 

Netzwerk

Weltweite Kompatibilität mit Netzwerken/Mobilfunkanbietern

  • Weltweite Kompatibilität mit Netzwerken/Mobilfunkanbietern:
  • GSM/EDGE: Quadband 850/900/1.800/1.900 MHz
  • UMTS/HSPA+/HSDPA-Frequenzbänder 1/2/4/5/8
  • CDMA EVDO Rev A: BC0/BC1/BC10
  • FDD-LTE: Frequenzbänder 1/2/3/4/5/7/8/12/13/17/20/25/26/28/29/30/32/66
  • TD-LTE: Frequenzbänder 38/40/41
  • Unterstützt in Abhängigkeit vom Mobilfunkanbieter bis zu CAT 15 (800 Mbit/s DL/75 Mbit/s UL), 3x DL CA, 4×4 MIMO, 256-QAM DL und 64-QAM UL

 

Sensoren

Active Edge™

  • Active Edge™
  • Näherungs-/Umgebungslichtsensor
  • Beschleunigungsmesser/Gyrometer
  • Magnetometer
  • Pixel Imprint – Fingerabdrucksensor auf der Rückseite zum schnellen Entsperren
  • Barometer
  • Halleffekt-Sensor
  • Android-Sensoren
  • Optimierte X-Achsen-Haptik für schärfere/genauere Reaktion

 

Ports

USB-C • 3.1 Gen. 1

  • USB-C
  • 3.1 Gen 1
  • Ein Nano-SIM-Kartenschacht
  • USB Typ-C und USB-C sind Marken des USB Implementers Forum.

 

Material

Aluminum-Unibody-Gehäuse • Wasser- und staubabweisend

  • Aluminium-Unibody-Gehäuse mit Hybridbeschichtung
  • Wasser- und staubabweisend gemäß IP67
  • Corning® Gorilla® Glass 5

 

Sonstiges

Zwei Jahre Garantie • mit Daydream kompatibel

 

 

Das Highlight, das Nonplusultra, das beste am Pixel, warum ich es so vermisse…

…ist die Kamera. Punkt. Eigentlich könnte ich es dabei belassen. Denn das ist das mit Abstand beste am Pixel 2 und dem Pixel 2 XL und darüber sind sich diejenigen, die das Gerät getestet haben oder es ihr Eigen nennen, einig. Die Kamera in diesem Smartphone ist das beste, was ich bisher gesehen habe und was ich nicht mit einem separaten Objektiv versehen und mit Gurt umwerfen muss.

Mit der Kamera des Pixel 2 Fotos zu machen, macht (und ich bin mir sehr wohl bewusst darüber, wie dämlich und nach schamloser Werbung das klingt) so viel Spaß, dass ich meine Frequenz an Bildern, die ohnehin schon recht hoch ist, wie ich finde, sich noch einmal um den Faktor 2 oder 3 multipliziert hat. Aber einfach, weil fast(!) jedes Foto auf den Punkt perfekt ist. Schärfe: ist da. Unfassbarer Dynamikumfang: is da. In 99% der Fälle passender Bokeh-Effekt: izz da. Videoaufnahmen, die aussehen, als wären sie mit einem Gimbal geschossen: sind auch da.

Gerade beim Portrait-Modus /-Effekt punktet das Pixel 2 mit der selben Geschwindigkeit, wie beim Auto HDR+, das für klar erkennbare Himmel und genauso detaillierte Schatten sorgt. So kann ich sogar noch im Vorbeigehen eine schick von Hintergrund abgesetzte Person abknipsen, wo andere Smartphones lediglich Bewegungsunschärfe erzeugt hätten. Auch wenn ich es anfangs für eine nette Spielerei gehalten hatte, hat sich der Portrait-Modus zu einem meiner liebsten Features gemausert. Was ich sonst mit einem 50mm Objektiv mit offener Blende erzeugen kann, schafft (in fast allen Fällen fehlerfrei) auch die Knipse in der Hosentasche und das ist nicht nur keine Selbstverständlichkeit, sondern vor allem ein unschätzbarer Vorteil, wenn man eben nicht ständig die Spiegelreflexkamera mit sich herumtragen will oder kann.

Testbilder des Pixel 2 XL bei Google Fotos

 

Jetzt Fazit dich kurz

Nach all diesen Punkten bleibt also eine Frage: warum bin ich wieder zurück zu meinem LG G6 gegangen? Nun: weil ich es musste. Google hat mir freundlicherweise das Pixel 2 XL auf Anfrage zum Testen für den langen Zeitraum von 3 Monaten zur Verfügung gestellt. Ausreichend Zeit, um alle positiven und eben auch negativen Aspekte des Geräts kennen zu lernen. Und ich glaube ein bisschen, dass das Vorsatz war. Wer das Gerät so lange benutzen kann und selber eigentlich kein Problem mit großen Smartphones hat, dem wird es sehr, sehr schwer fallen, wieder zurück zu einem anderen Gerät zu gehen.

Und das war bei mir auch der Fall. Seit ich das Pixel 2 XL zurückgeschickt habe, vermisse ich die Kamera und die Lautsprecher – eine Lücke, die auch das HTC U11 nicht füllen konnte. Ich vermisse Stock Android Oreo (denn LG bekommt den Arsch beim G6-Update einfach nicht hoch) und natürlich die Möglichkeit, die Preview von Android P zu testen. Ich vermisse den großen Akku, der mich immer über den Tag gebracht hat und ich vermisse tatsächlich dieses kleine Gimmick, den Google Assistant über das seitliche Drücken des Geräts auszulösen.

Kurz nachdem ich das Gerät zurückgeschickt hatte, habe ich mir noch eingeredet, dass ich auf Annehmlichkeiten verzichten kann – aber ich bin ganz ehrlich: das kann ich nicht. Natürlich werde ich mich wieder ein bisschen ärgern, wenn ich es aus der Hosentasche nehme und wieder von zig Staubpartikeln begrüßt werde, aber dass ich nun auch privat zum Pixel 2 XL wechseln werde, steht für mich jetzt eigentlich fest.

Und damit erübrigt sich wohl auch die Frage, ob ich dieses Smartphone jemand anderem empfehlen würde. Wenn du bereit bist, etwas tiefer in die Tasche zu greifen, als bei einem OnePlus 5T oder einem Galaxy S8, oder aber du einfach die bestmöglichen Bilder mit deinem Hosentaschencomputer schießen willst, dann führt meiner Meinung nach eigentlich nichts am Pixel 2 vorbei.

 

Ihr glaubt mir nicht und wollt eine zweite Meinung? Dann schaut doch mal in den Bericht von Lukas von Tech Breakdown rein.

 

 


Das Pixel 2 XL wurde mir von Google Deutschland zu Testzwecken für einen Zeitraum von 3 Monaten zur Verfügung gestellt. Meine Meinung zu dem Gerät wurde durch diese Tatsache nicht vorsätzlich beeinflusst und dieser Beitrag spiegelt meine persönlichen Eindrücke wider.

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