Apple stellt das iPhone X vor – ein kleiner Schritt für die Menschheit

Ja, Apple hat mit dem iPhone X für den erwarteten „buzz“ gesorgt und wird auch in den kommenden Wochen das dominierende Thema im Smartphone-Bereich sein. Das war bisher jedes Jahr auch bei jedem noch so kleinen Upgrade gegenüber dem letzten iPhone so. Betrachten wir aber einmal nüchtern, was Apple dort gezeigt hat, so findet man leider wenig Innovatives.

 

„the best iPhone we’ve ever made“

Ja, es stimmt. Das iPhone X ist das beste iPhone, das Apple jemals gefertigt hat. Genau wie das iPhone 7 in 2016 und das iPhone 6S in 2015. Und nächstes Jahr wird der Nachfolger wohl kaum schlechter sein, als sein Vorgänger. Oder habe ich bei der ersten Vorlesung bei Marketing für Dummies geschlafen? Apples Vorstellung war wieder einmal vollgepackt mit Aussagen, die nach viel great, awesome und stunning gespickt waren. Man ist halt einer der besten, wenn es um Show geht. Mir fehlt einfach bei Apple immer wieder das Nüchterne bei einer solchen Vorstellung.

Denn was man dort zeigte war alles nicht Neues. Sicherlich; ForceTouch im iPhone X ist etwas, das Apple mit dem iPhone 6S etabliert hatte. Das soll man ihnen ruhig zugestehen. Aber AirPower? Ist das euer Ernst? Kabelloses Laden klang noch niemals so dumm, wie bei Apple… „They all charge!“ rief Apples Hampelmann, als man zeigte, dass man auf einem Ladepad das iPhone X, die Airpods und die Apple Watch laden kann.

say whaaaaaaaat?! Man kann mehrere Geräte auf einem induktiven Ladepad zeitgleich laden? what kind of magic is this?

Das Nexus 4 war eines der ersten Smartphones, das mittels Qi-Technologie geladen werden konnte. Das war 2012! Herzlich willkommen im Neuland Apple. Und warum genau werden die offiziellen Ladepads von Apple erst Anfang 2018 zu kaufen sein? Warum kann nicht jeder, der ein iPhone 8 oder iPhone X kauft, darauf verzichten und sich ein normales Qi-Ladepad für 20€ bei Amazon kaufen und das Smartphone einfach damit laden? Achja… weil wir ja hier von Apple sprechen, die zwar den Qi-Standard übernehmen aber im Leben nicht ohne irgendeinen kleinen A-irgendwas Chip im Zubehör dafür sorgen, dass ein STANDARD auch standardisiert verwendet werden kann.

Ich lehne mich mal (gar nicht so) weit aus dem Fenster und prognostiziere, dass am 03. November, wenn die ersten iPhone Xs ausgeliefert werden, die UnboxTherapys dieser Welt feststellen werden, dass der Qi-Standard nicht einfach so ein iPhone laden wird. In der Präsentation hieß es zwar, dass die Geräte an Flughäfen oder Cafés an Qi-Ladestationen geladen werden können. Da es sich aber um Apple handelt, wird es da garantiert einen Haken geben.

Über das Display könnte ich jetzt ebenfalls ranten und sagen, dass Xiaomi etwa in 2016 das Mi Mix auf den Markt brachte und damit ein Smartphone mit einer unglaublichen screen-to-body-ratio zeigte, die jetzt noch besser ist als das, was Apple mit dem iPhone X umgesetzt hat. Ich könnte auch sagen, dass Sharp mit dem Aquos Christal schon in 2014 ein Gerät zeigte, das auf extra dünne Rahmen setzte und noch vor dem Mi Mix den Ohrhörer durch eine Tonübertragung mittels des Displays selber umgesetzt hat (ich habe das Gefühl, dass wir das als neues awesome Feature im nächsten iPhone sehen könnten…).

Ich könnte mich auch darüber ärgern, dass Apple nach jahrelangem Scheuklappentragen jetzt als so ziemlich der letzte Hersteller der Welt auf OLED Technologie und eine Auflösung jenseits der 1080p setzt. Einen etablierten Standard als Novum vorzustellen können halt nur die Jungs und Mädels aus Cupertino…

Und ganz ehrlich: animierte Emojis? Wem wollt ihr das Teil verkaufen – 12-jährigen Mädels? Wie kann man denn eine gefühlte Viertelstunde über Emojis referieren, die jetzt die Augen aufreißen und den Mund bewegen? Ich… ich weiß gar nicht, was man dazu sagen soll.

 

Was mich aber schon ganz früh maßlos geärgert hat und mich fast dazu brachte, das ganze Event gar nicht zu schauen, war die Messe die Ansprache, die auf Steve Jobs gehalten wurde. Dieser Mann war nicht Jesus Christus oder das fliegende Spaghetti Monster. Ich habe den parallel laufenden Twitter-Stream förmlich weinen sehen, als die Ansprache von Tim Cook zur Eröffnung vorbei war.

Aber dieser Kult um Steve Jobs ist halt nur genau so eine riesige PR-Nummer, wie jedes verdammte stunning, awesome, georgeous und beautiful in jedem Apple-Event.

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