Android P: neues Design, Untersützung einer Notch

Nachdem Android Oreo nun einige Monate auf dem Markt (und nur einer handvoll von Geräten) ist, steht uns wohl in absehbarer Zeit die nächste Version, Android P ins Haus. Hier will Google ein neues Design etablieren und eine Lösung für Notches in Smartphones vorstellen.

Wenn man den Zyklus der letzten 2 Jahre als Orientierung nimmt, sind wir noch ungefähr einen Monat von der ersten Developer Preview von Android P weg. Letztes Jahr hatte Google die Entwickler Preview des damals namenlosen Android O ziemlich plötzlich und ohne große Vorankündigungen im März veröffentlicht. Allerdings war Android Oreo auch mehr eine überarbeitete Version des Vorgängers. Auch wenn einige Bedienungshilfen und -elemente hinzukamen, hat sich das Update eher nach einem kleinen Patch angefühlt. Android P soll dieses Mal aber wieder auch optisch einiges umkrempeln und die intern als Android Pistacio Ice Cream geführte Version soll eines der wichtigsten Updates Android überhaupt sein. So zumindest die Meldung von Bloomberg:


 

Bloomberg zufolge kämpft Android mit 2 Problemen (denen ich soweit auch zustimme):

  1. Android hat eine schlechte Update-Bilanz. Was gemeinhin gerne als Fragmentierung bezeichnet wird stellt zwar nur einen Teil der eigentlichen Fragmentierung dar, ist aber nicht von der Hand zu weisen: ein nicht unbeträchtlicher Teil der aktiven Smarpthones auf dem Markt läuft mit Android Versionen Android Marshmallow (6.x) und älter. Und auch wenn Google mithilfe der Auslagerung der Play Services etwa wichtige Update-kritische Bereiche auch unabhängig von der Betriebssystemversion aktualisieren kann, sieht es auf dem Blatt einfach schlecht aus, wenn fast 90% der iPhones auf der neuesten Version laufen, aber nur etwas mehr als 1% der Android Geräte.
  2. Android dominiert den low-end Markt und das Mittelfeld. Wer nicht gewillt ist, 800€ und aufwärts für ein Smartphone auszugeben oder Verträge mit monatlichen Kosten von über 50€ zu zahlen, um die Geräte eventuell darüber zu finanzieren, der greift zum Smartphone mit Android. Hier ist die Auswahl auch groß und mittlerweile wirklich nicht mehr „schlecht“. So sind einige 400-500 Euro teure Smartphones konkurrenzfähig zu den doppelt so teuren Geräten und (und hier wiederhole ich mich gerne) für die allermeisten reichen diese auch mehr als aus. Im high-end Segment aber dominiert weiterhin Apple den Markt und auch wenn sich ein Samsung Galaxy S8 großer Popularität erfreut, sind Geräte wie ein Pixel 2 oder Essential Phone zum Marktstart um ein vielfaches umbeliebter, als das, was auch Cupertino kommt.

Zumindest dem zweiten Punkt will man mit Android P entgegenwirken. Das Betriebssystem könnte sich näher an iOS heranwagen, um Nutzern den Wechsel leichter zu machen und durch die Abdeckung der high-end Geräte mit der neuen Version des Betriebssystems könnten Wechsler die gewohnte Sicherheit erhalten, immer auf dem neuesten Stand zu sein.

 

Darüberhinaus wird man eine softwareseitige Unterstützung für den Einsatz von Notches, also Aussparungen im Display für Fromtkameras, Sensoren, etc. implementieren. Das ist seit dem iPhone X auch notwendig, da viele Hersteller auf mehr bessere, mal schlechtere Art eine solche Lösung einsetzen werden. Zum einen natürlich, um schlichtweg an das iPhone X zu erinnern, zum anderen aber auch, weil Smartphones mit fast kompletter Displayfront in 2018 zu so einer Art Gutem Ton gehören werden.

Das ist eine notwendige Konsequenz von Google, da man so den Entwicklern beim Hersteller selber die Arbeit abnimmt, eine Software-Lösung für das sinnvolle Nutzen der Notch zu entwickeln – und natürlich bei einem Versionsupgrade diese mit zu ziehen. Wenn das Betriebssystem die Displayaussparung selber handlen kann, kann man schneller das Update für das eigene Gerät auf den Weg bringen.

 

Das alles klingt sehr spannend und ich sehe gerade Google Notch-Support weniger als die Apple-Kopie an, als wohl viele andere. Es werden die Hersteller sein (und sind es ja teilweise jetzt schon), die in ihren Geräten eine Aussparung des Displays einsetzen und Google will für diese Fälle eine einheitliche Lösung im Betriebssystem etablieren. Sehr gespannt bin ich auf das genannte neue Design. Ich bin mit Androids Optik grundsätzlich sehr zufrieden – auch wenn man sich stärker von der Material Design-Karten Optik entfernt hat, die mir persönlich am besten gefallen hat. Wie wird Android P aber werden? Das wissen wir natürlich erst mit Sicherheit, wenn die erste Developer Preview veröffentlicht wird – und das wird ja hoffentlich nicht mehr lange auf sich warten lassen.

 

 

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